Full text: Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Die zweite Zusammenstellung für 1911 zeigt die einzelnen Untergruppen 
mit ihren eignen Geldern nicht nur in bezug auf die fremden Mittel, sondern 
auch im Verhältnis zu den Kreditoren und den Depositen. Wir erkennen, 
wie verhältnismässig wenig sagend die Zahlen für die Gesamtgruppe sind, 
indem die einzelnen Untergruppen ganz grosse Abweichungen von den Mittel 
zahlen aufweisen. Am wenigsten günstig sind alle drei Relationen bei den 
Banken der ersten Gruppe, eine ausgesprochene Besserung der Verhältnisse 
zeigt sich, je grössere Institute die Gruppe umfasst. Allerdings hängt das 
zum Teil mit dem verschiedenen Charakter der einzelnen Banken zusammen. 
Die Hypothekarbanken ertragen allgemein ein weit ungünstigeres Ver 
hältnis, als die reinen Handels- und Gewerbebanken. Das Resultat einzelner 
Untergruppen wird ferner nicht unwesentlich beeinflusst durch bedeutende 
Banken. So besitzt z. B. die Societe Suisse de Banque et de Depots, Lau 
sanne, bei einem Nominalkapital von 25 Millionen Franken, wovon die 
Hälfte einbezahlt, nur 6,376 Millionen Franken fremde Gelder. 
Das Verhältnis der eigenen Mittel zu den fremden Geldern hat nun 
auch Bedeutung für die Rendite der Bank, resp. des Aktienkapitals. 
So sehen diese Kreise in dieser Beziehung ein Verhältnis nicht immer als 
„günstig“ an, das der Fernstehende als solches zu bezeichnen geneigt ist. 
Wie eine verfehlte Steuergesetzgebung auf die in Frage stehende Relation 
ungünstig einwirken kann, zeigt besonders deutlich die Bank für Grau 
bünden in Chur. Das bündnerische Steuergesetz von 1881 veranlasste die 
Bank, von nun an „ihr Kapital nebst Reserve en bloc als Vermögen zu 
versteuern“, wobei dann noch eine scharfe, für Privatvermögen berechnete 
Progression das Übel vergrösserte. Die Konkurrenz der steuerfreien Kantonal 
bank führte schliesslich zu einer Reduktion des Aktienkapitals (1886), 
indem per Aktie 150 Fr. zurückbezahlt wurden. Die Bank besitzt auch 
heute nur ein Kapital von 3,5 Millionen Franken und einen ausgewieseneß 
Reservefonds von 750,000 Fr. bei einem Obligationenkapital von (Ende 
1912) rund22 Millionen Franken. 1 ) Es ist dies zu begreifen, wenn man die in 1 
Verhältnis zu ähnlichen Instituten unvernünftig hohe Steuerbelastung iß 
Betracht zieht, die wohl imstande sein mag, von einer unter Umständen als 
wünschbar empfundenen Erhöhung des Aktienkapitals abzuhalten. 
bezahlten an Staats- und Gemeindesteuern: 
1 Eigene Gelder in 
i 1000 Franken 
1 Ende 1912 
Dividende 
1912 
Steuer 
in Franken 
pro 1912 
Bank für Graubünden 
4,250 
71/7 
82,778 
Bank in Wädenswil 
3,976 
18,883 
Zürcher Depositenbank 
5,000 
7 
28,806 
Banque de Montreux 
7,975 
7 
32,893 
Handwerkerbank Basel 
14,050 
8 
40,517 
1 ) 1913 wurde das Kapital auf 4,2 Millionen Franken erhöht; es betragen ferner p et 
31. Dez. 1913 die Reserven 900,000 Fr., die Obligationenschuld rund 23 Millionen Franke»,
	        
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