Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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betreiben  und  damit  grosse  Gewinne  einstreichen,  und  ihre  Verbindungen
mit  dem  Ausland  eröffnen  ihr  Beteiligungen  an  grossen  gewinnbringenden
Emissionen  des  Weltmarktes.!)
So  scheint  es,  als  ob  in  der  modernen  Entwicklung  kein  Raum  mehr
wäre  für  die  Lokal-  und  Mittelbank,  als  ob  sie  am  besten  täte,  möglichst
bald  ihr  Heil  im  Anschluss  an  eine  Grossbank  zu  suchen.  Dem  gegenüber
werden  aber  ebenso  laut  die  Nachteile  einer  solch  weitgehenden
Konzentration  der  Kapitalmacht  hervorgehoben. 1  2 )
Bei  einer  Weiterentwicklung  in  der  eingeschlagenen  Richtung  könnte
schliesslich  das  kreditsuchende  Publikum  die  monopolistische  Tendenz
unangenehm  zu  fühlen  bekommen;  brutale  Kreditkündigungen  sollen
nach  Kaufmann 3 )  z.  B.  den  französischen  Grossbanken  eigen  sein.  Die
Grossbank  hat  für  den  kleinen  Mann  und  die  geringfügigen  Geschäfte,  die
mit  ihm  zu  machen  sind,  nicht  das  genügende  Interesse;  sie  kann  den
Personalkredit  durch  ihre  Eiliale  nicht  pflegen  wie  die  lokale  Bank,  und
dadurch  ist  die  Existenz  des  kleinen  und  mittleren  Gewerbe-  und  Handelsstandes ­
  bedroht,  dem  strebsamen  aber  mittellosen  Mann  der  Aufstieg
verunmöglicht  oder  wenigstens  bedeutend  erschwert.  Kaufmann  resümiert:
Die  Bankkonzentration  wirkt  nachteilig  auf  die  gesamte  Kapitalanlage,
sie  fördert  die  Anlage  von  Wertpapieren  auf  Kosten  einer,  bei  einer  andern
Organisation  des  Bankwesens  möglichen,  etwas  lebhafteren  Entwicklung
von  Handel  und  Industrie,  und  sie  fördert  die  einseitige  Anlage  in  höher
verzinslichen  ausländischen  Renten  und  Obligationen,  wie  sie  ferner  durch
die  Art  ihrer  Absatzorganisation  mitunter  die  Anlage  verteuert.
t
2.  Die  bisherigen  Resultate  in  der  Schweiz.
Abgesehen  von  vereinzelten  Fusionen,  wie  sie  namentlich  die  Entstehung ­
  des  Schweizerischen  Bankvereins  mit  sich  brachte,  setzte
die  eigentliche  Bewegung  erst  mit  dem  wirtschaftlichen  Aufschwung  in  den
Jahren  1904  bis  1907  ein.  Da  begannen  auch  diejenigen  grossen  Bankinstitute, ­
  die  bisher  am  Grundsatz  der  Zentralisation  festgehalten  hatten,
von  diesem  Prinzip  abzuweichen  und  zum  Zwecke  der  Gründung  von
Filialen  und  Zweigniederlassungen,  Privatfirmen  und  kleine  Banken  sich
anzugliedern.  So  fasste  z.  B.  die  Schweizerische  Kreditanstalt
Fuss  in  Genf  und  Basel.  Dann  bewirkte  die  Errichtung  der  Schweizeri1 ­
 )  Vergl.  auch  Kaufmann  a.  a.  O.,  S.  283.
„  Plucer-Sarna  a.  a.  O.,  S.  169.
2 )  ,,  Riesser  a.  a.  O.,  S.  618.
3 )  „  Kaufmann,  S.  331  ff-
            
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