Full text: Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Hegen, dass in einzelnen Gegenden in Bankgründungen des Guten zu viel 
geschehen ist. 
Ein Vorschlag geht gelegentHch dahin, zwischen Gross- und Klein 
banken ein ähnhches Verhältnis anzubahnen, wie es besteht zwischen 
einzelnen Grossbanken und befreundeten Hypothekarinstituten, eine 
gegenseitige Aushilfe und Arbeitsteilung. So soll sich die Kleinbank bei 
Wahrung ihrer Selbständigkeit an eine Grossbank anlehnen können, so dass 
sie ihr die grossen Geschäfte, die für sie zu viel Risiko in sich schliessen, 
ganz oder teilweise überlässt, während dafür die Grossbank auf eine Kon- 
kurrenzierung verzichtet und der Kleinbank nötigenfalls finanzielle Stütze 
und Aushilfe bietet. 1) Das könnte verhüten, dass die kleine Bank sich in 
das für sie gefährhche Fahrwasser der Grossbank begeben würde. 
Bei näherer Prüfung eines solchen Vorschlages wird doch zugegeben 
werden müssen, dass die Grossbank, die so ihre schützenden Fittiche über 
die Kleinbank breitet, auf irgend eine Weise bei ihr Einfluss erlangen sollte. 
Andernfalls könnte die Kleinbank, wenn sie sich unter Umständen gestärkt 
und gekräftigt fühlt, die Verbindung einfach wieder lösen oder den Anschluss 
an eine andere Bank vorziehen. Ein solches Interesse der Grossbank würde 
sich aber wohl kaum gut anders als durch Übernahme eines Teiles des 
Aktienkapitals der Kleinbank denken lassen. Dann kommen wir zu dem 
Verhältnis, in dem die Bank in Baden und die Aargauische Creditanstalt 
zur Schweiz. Bankgesellschaft und die Berner und Solothurner Handels 
bank zur A.-G. Leu & Co. stehen. 
3. Die Bestrebungen zum Abschluss eines schweizerischen 
Bankensyndikates. 
Ein weiterer Vorschlag zum Schutz der Lokal- und Mittelbanken geht 
dahin, diese Banken möchten durch genossenschafthchen Zusammenschluss 
den Grossbanken gegenüber mehr Widerstandskraft gewinnen und in ihrer 
Vereinigung auch teilnehmen an grossem Emissions-Geschäften, die sonst 
die Grossbanken als ihre Domäne betrachten. 
Auf diese Idee soll im folgenden noch eingetreten werden, einmal, weil 
dafür in Frankreich ein Beispiel existiert, das geeignet ist, die MögHchkeit 
einer solchen Selbsthilfe zu demonstrieren und dann vor allem deswegen, 
weil in diesem Sinne auch ein erster Schritt unternommen worden ist, 
der allerdings bis zur Stunde noch nicht zu einem greifbaren Resultat 
geführt hat. 
1 ) Vergl. Neue Zürcher Zeitung vom 20. November 1912.
	        
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