Full text : Die Wirtschaft der deutschen Gaswerke

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sozialen  Standpunkt  nur  darum  handeln,  die  Kleingasabnehmer  von
Gebühren  möglichst  zu  entlasten  und  sie  hierdurch  wie  durch  sonstige
Bemühungen  allmählich  zu  guten  Gasabnehmern  zu  entwickeln.
Abgesehen  von  der  Einschränkung  der  Gebühren,  besonders  bei
Kleingasabnehmern,  muß  die  Tarifierung  des  Gases  nach  den  allgemeinen, ­
  wirtschaftlichen  Grundsätzen  vor  allem  die  Verbilligung  des
Gases  mit  zunehmendem  Massenverbrauch  gerichtet  sein,  d.  h.  in  erster
Linie  den  Großgasverbrauch  begünstigen.  Eine  Reihe
von  Städten  kommen  diesem  Grundsatz  durch  Gaspreisermäßigungen
für  Großgasabnehmer  auch  nach,  doch  darf  gesagt  werden,  daß  im
allgemeinen  die  diesbezüglichen  Tarife  weder  in  ihrer  Höhe  noch  in
ihrer  Ausdehnung  dem  Bedürfnis  der  Großabnehmer  nachkommen  und
vielfach  sehr  gegenüber  den  Tarifen  für  Großabnehmer  zurückstehen,
wie  sie  von  den  Elektrizitätswerken  so  allgemein  zugestanden  werden.
Die  Großgastarife  müssen  ebenso  wie  die  Großtarife  für  Elektrizität,
natürlich  stets  unter  Berücksichtigung  der  örtlichen  Verhältnisse,  bis
auf  die  Höhe  der  durchschnittlichen  Selbstkosten  des  Gases
abfallen,  bei  denen  in  der  Tat  noch  immer  ein  reichlicher  Gewinn  mit
Rücksicht  auf  die  Verbilligung  in  den  Erzeugungs-  wie  der  Verteilungskosten ­
  des  Gases  bei  der  Massenerzeugung  bzw.  -abgabe  zu  verzeichnen
ist.  Um  den  Großgasverbrauch  nach  Möglichkeit  zu  entwickeln,  sollten
die  Großgastarife  auch  in  den  Verbrauchsgrenzen  möglichst  tief,  etwa
auf  1000  bis  einigen  tausend  Kubikmeter  Jahresverbrauch  je  nach
den  besonderen  Verhältnissen  herabgehen,  so  daß  auch  noch  entwicklungsfähige ­
  Betriebe,  größere  Geschäfte,  öffentliche  Lokale  an  den
Vorteilen  des  Großgastarifes  teilnehmen.
Die  möglichste  Stärkung  der  Beteiligung  des  Gases  an  der  Kleinkraftversorgung ­
  (an  die  deutschen  Gaswerke  sind  zurzeit  rd.  30  000
Gasmotoren  mit  rd.  160000  PS  angeschlossen),  die  sehr  stark  durch
eine  hochgeschraubte  Preispolitik  der  Gaswerke  für  Gas  zu  Kraftzwecken
und  gleicherweise  durch  das  außerordentliche  Entgegenkommen  der
Elektrizitätswerke  an  Kraftstromabnehmer  beeinträchtigt  wurde,  erfordert ­
  für  das  Gas  neben  den  Großgastarifen  besondere  Preistarifefür
  Gas  zu  Kraftzwecken,  da  die  allgemeinen  Großgastarife ­
  in  den  niedrigen  Verbrauchsstufen,  wie  sie  für  die  Kleingewerbetreibenden ­
  usw.  in  Frage  kommen,  nicht  die  Ermäßigung  geben  können,
wie  sie  für  die  Verwendung  des  Gases  zu  Kraftzwecken  notwendig  ist.
Ganz  allgemein  kann  gesagt  werden,  daß  für  Gas  zu  Kraftzwecken
pro  cbm  etwa  dieselben  Preise  wie  für  Kraftstrom  pro  KW/Std.  und
bei  ähnlichen  Rabatten  gegeben  werden  sollte,  womit  dem  Gase,  das
Qreineder,  Wirtschaft  d.  Gaswerke.  4
            
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