Full text : Der Weg zum Sozialismus

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auf  dem  Lande.  Sie  trieben  die  Großgrundbesitzer  fort.  Sie
stürzten  die  Besitzverhältnisse  auf  dem  Lande  um  und  nahmen ­
  den  Kampf  mit  der  neuerstandenen  Landbourgeoisie  auf.
In  Deutschland  fehlt  diese  revolutionäre  Schicht.  Die
Sachsengängerei  hat  bei  uns  das  Aufkommen  eines  starken
Landproletariats  unterbunden.  Wenn  auch  die  siegreiche  Revolution ­
  die  vorhandenen  Landproletarier  für  sich  gewinnen
wird,  so  ist  doch  von  revolutionärem  Geist  bisher  unter  ihnen
nichts  zu  spüren  und  sie  sind  auch  viel  zu  schwach,  um  wirklich ­
  die  Revolution  auf  dem  Lande  zu  sichern.  Das  dürfte
selbst  für  die  Gegenden  Deutschlands  zutreffen,  in  denen  der
Großgrundbesitz  der  Junker  vorherrscht  und  diese  Gebiete
sind  zum  größten  Teil  durch  die  Revolution  im  Osten  von
Deutschland  abgetrennt.  Der  Großgrundbesitz  herrscht  eigentlich ­
  nur  noch  in  Altpreußen,  Pommern  und  Mecklenburg,  in
den  übrigen  Gegenden  ist  er  nicht  stark  genug,  um  der  Landwirtschaft ­
  sein  Gepräge  aufzudrücken.  Auch  der  unbefriedigte
Kleinbauer  bildet  in  Deutschland  keine  starke  Klasse.  Sein
Landhunger  hat  keine  Aussicht  auf  Befriedigung,  denn  in
Deutschland  kann  es  sich  nicht  darum  handeln,  den  Grundbesitz ­
  zu  zerschlagen,  um  dadurch  eine  gutgestellte  Bauernklasse ­
  hervorzubringen.  Die  Verhältnisse  auf  dem  Lande  sind
viel  zu  reif.  In  unserer  Landwirtschaft  ist  der  gutgestellte
Mittelbauer  der  vorherrschende  Typ.  Alles,  ob  klein  oder
groß,  was  in  der  deutschen  Landwirtschaft  über  Besitztum
verfügt,  ist  ausgesprochen  gegenrevolutionär.
Brauchen  wir  auch  vor  einer  deutschen  Vendee  keine  besondere ­
  Furcht  zu  haben,  so  müssen  wir  doch  mit  einem  entschiedenen ­
  passiven  Widerstand  des  platten  Landes  gegenüber ­
  der  Revolution  rechnen.  Die  Bauern,  wie  die  Großgrundbesitzer, ­
  werden  versuchen,  die  Lebensmittelversorgung
der  Großstädte  zu  unterbinden  und  die  Revolution  auszuhungern, ­
  Außerdem  kann  die  Schwächung  unseres  Verkehrswesens ­
  die  Lebensmittelversorgung  der  Großstädte  erheblich
gefährden.  Die  Verpflanzung  großer  Massen  des  Industrieproletariats ­
  auf  das  flache  Land  zur  Entlastung  des  städtischen ­
  Arbeitsmarktes  wie  auch  des  städtischen  Lebensmittelraarktes,
  zur  Lieferung  der  in  der  Landwirtschaft  benötigten
hochwertigen  Arbeitskräfte  und  zur  Niederhaltung  der  Gegenrevolution ­
  auf  dem  Lande  wird  eine  der  ersten  Maßregeln
der  siegreichen  Revolution  sein.
            
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