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insofern nämlich, als er nicht selbst über den Profit verfügen
darf, sondern seinen Anteil von den Arbeitern des Betriebs
zugeteiit erhält. Was hier Sozialisierung genannt wird, ist
tatsächlich nur eine Kontrolle des Betriebes durch die Arbei
ter. Die Braunschweiger werden uns vielleicht erwidern, daß
sie unter den gegebenen Verhältnissen nicht weiter gehen
konnten und sich die wirkliche Sozialisierung bis zu dem
Zeitpunkt Vorbehalten, wo die Macht im ganzen Reiche in den
Händen der Arbeiterklasse liegt. Damit haben sie recht.
Dann durften sie aber keinesfalls in einer Zeit, wo über diese
Fragen noch eine erhebliche Unklarheit herrscht, für eine
einfache Vorbereitungsmaßregel das große Wort „Soziali
sierung“ benutzen, denn die Regierung Ebert-Scheidemann
verfügt über genügend Demagogie, um zu sagen: „Wir sind
die echten Sozialisten, denn das, was die spartakistische Re
gierung Braunschweigs getan hat, daß wollen wir ja auch.“
Damit wäre wieder die schönste Verwirrung in die Arbeiter
klasse hineingetragen.
Viel bedenklicher ist die Bestimmung: „Die sich weiter
ergebenden Betriebsüberschüsse werden im Interesse der Ar
beiter und Angestellten verwendet.“ Wie wir hören, sollen
bereits erhebliche Summen des Betriebsüberschusses unter die
Arbeiter verteilt worden sein. Es sind die langen Ohren einer
kleinbürgerlichen Idee, welche aus diesem Satze hervor
schauen, der Idee vom Rechte auf den vollen Arbeitsertrag.
Engels hat sie bereits totgeschlagen. Sie läßt kurzsichtig
außer acht, daß man auch im Sozialismus nicht von der Hand
in den Mund leben kann, sondern daß Reserven für die Er
weiterung der Produktion und für Anlagen, die dem Gemein
wohl dienen, notwendig sind. Dazu ist die Methode, die
Ueberschüsse des einzelnen Betriebes unter die Arbeiter zu
verteilen, geeignet, die Arbeiterklasse zu spalten, denn je
nach der Höhe der technischen Ausstattung des Betriebes
und je nach der Machtstellung, welche der einzelne Betrieb,
oder die Industrie auf dem Markte einnimmt, sind die Profite
verschieden. In der kartellierten Industrie z. B. in allen
Monopolbetrieben, werden bedeutende Extraprofite gemacht.
Verteilt man sie unter die Arbeiter des Betriebes, so schafft
man damit eine bevorzugte Arbeiterschicht und es besteht die
Gefahr, daß gerade die Arbeitergruppen, auf welche die Re
volution besonders bauen muß, befriedigt werden und das In
teresse am weiteren Kampfe verlieren. Die Geschichte bietet
dafür Beispiele genug. Man denke an die gelernten Arbeiter
in England, die au der Versumpfung der englischen Arbeiter
klasse im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts schuld