Full text : Der Weg zum Sozialismus

Proletarier  der  ganzen  Welt  zur  Verfügung  standen,  sich
gegenseitig  abschlaehtend.  Die  Maschinerie  der  Vernichtung
konnte  nur  dadurch  in  Gang  gehalten,  ausgewechselt,  verbessert, ­
  verstärkt  werden,  daß  immer  neue  Massen  von  Proletariern ­
  in  die  Produktion  geworfen,  die  Arbeitszeit  verlängert, ­
  die  Intensität  der  Arbeit  gesteigert,  die  Frauen  und
Kinderarbeit  riesig  ausgedehnt  und  wichtige  Kulturarbeiten
vernachlässigt  wurden.  Unter  den  Trümmern  des  Krieges
verwesen  die  Leichen  der  Getöteten,  der  Opfer  des  Hungers
und  der  Epidemien,  modern  die  Glieder  der  Krüppel,  verkommt ­
  die  Fruchtbarkeit  unserer  durch  verbrecherische  Arbeit ­
  geschändeten  Weiber,  liegen  die  Knospen  unserer  Jugend ­
  geknickt,  liegt  das  Familienleben,  liegt  die  Moral  breiter
Schichten  des  Volkes  zertreten,  liegen  die  Arbeiterschutzgesetze, ­
  das  Streikrecht,  die  Bürgerrechte,  die  Parteimoral,  die
Freude  und  Hoffnung,  die  Lebenskraft  von  Millionen.
Das  Erbe  des  Krieges  ist  weiterhin  eine  ungeheure
Schuldenlast  des  Reiches,  der  Einzelstaaten  und  der  Gemeinden, ­
  eine  Schuldenlast,  deren  Verzinsung  allein  mehr  als  das
Fünffache  der  früheren  Gesamtausgaben  des  Reiches  ausmachen ­
  wird.  Die  Fürsorge  für  die  Krüppel,  die  Witwen  und
Waisen  wird  phantastische  Summen  erfordern.  Die  Arbeitslosigkeit ­
  würde  unter  dem  Kapitalismus  für  lange  Zeit  hinaus ­
  zu  den  allerschwierigsten  Problemen  gehören.  An  die
Staatskassen  werden  Anforderungen  gestellt  werden,  die  vorläufig ­
  jeder  Berechnung  spotten,  und  an  der  sich  die  Finanzkünstler ­
  vergeblich  erproben  werden.  Der  Krieg  hat  gelehrt, ­
  mit  Milliarden  zu  rechnen.  Auch  im  Frieden  wird  der
K  apitalismus  dies  nicht  wieder  verlernen.  Der  Krieg  hinterläßt
  den  Völkern  eine  ungeheure  Last  von  Arbeit,  in  dem
Wiederaufbau  der  zerstörten  Provinzen  und  der  erschütterten
Wirtschaft  überhaupt.
Der  Sozialismus  ist  notwendig.
Dem  Kapitalismus  kann  die  Lösung  dieser  Aufgabe  nicht
gelingen,  es  sei  denn,  daß  sich  das  Proletariat  zum  versklavten ­
  Vieh  herabdrücken  läßt.  Organisation  der  Arbeit  ist  die
erste  Voraussetzung  für  jene  Lösuns.  Im  Kriege  hat  der  Kapitalismus ­
  eine  Organisation  des  Wirtschaftslebens  versucht.
Den  Erfolg  kennen  wir.  Die  anarchistischen  Triebkräfte  des
Kapitalismus  durchkreuzten  immer  wieder  alle  Versuche.  Der
Kapitalismus  hat  seine  eigenen  Lebensgesetze,  er  führt  ein
ungebändigtes  Triebleben  und  sprengt  jede  Fessel,  die  ihm
angelegt  wird.  Ein  Beispiel:  Es  wurde  versucht,  die  Lebensmittel ­
  preise  durch  gesetzliche  Höchstpreise  und  Rationierung
            
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