Full text : Preisbewegung landwirtschaftlicher Güter in einigen Teilen Bayerns während der Jahre 1900-1910

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Michael  Horlacher.

Verschiedenheiten  in  den  absoluten  und  verhältnismäßigen  Preisen;
in  einzelnen  Jahren  jedoch  zeigen  sich  recht  erhebliche  Preisunterschiede,
teilweise  bedeutende  Mehrungen,  teilweise  auch  bedeutende  Minderungen ­
  gegenüber  den  Nichthändlerpreisen.  Beträchtliche  Preissteigerung ­
  bis  50,  60,  70  Proz.  und  darüber  zeigen  zumeist  die  Jahre
1907,  1909  und  1910,  einige  Male  auch  bereits  das  Jahr  1903.  Die
Nichthändlerpreise  für  Ackerland  des  ersten  bis  dritten  Wirtschaftsbezirkes*
  zeigen  im  Durchschnitt  folgende  Preissteigerung:  1903  um
11,66,  1904  um  7,66,  1905  um  16,33,  1906  um  6,33,  1907  um  30,33,
1908  um  25,66,  1909  um  34  und  1910  um  63  Proz.  Entsprechend  der
bedeutend  geringeren  Zahl  der  Fälle  und  der  verkauften  Flächen  des
Wiesenlandes  gegenüber  dem  Ackerland  leidet  die  Preisberechnung  des
Wiesenlandes  unter  zu  geringer  Zahl  der  Fällein  den  einzelnen  Jahresreihen. ­
  Auch  sind  gute  Wiesen  seltene  und  begehrte  Objekte  und  kommen
daher  wenig  häufig  zum  Verkauf.  Einigermaßen  hinreichend  ist  die  Zahl
der  Fälle  bei  den  Nichthändlerpreisen  des  zweiten  und  dritten  Wirtschaftsbezirkes ­
  und  bei  den  Händlerpreisen  des  zweiten  Wirtschastsbezirkes.
  Ein  Vergleich  mit  der  Preisbewegung  in  den  entsprechenden
Jahresreihen  des  Ackerlandes  zeigt  im  Durchschnitt  genommen  keine
allzu  großen  Verschiedenheiten.  Eine  Zusammenfassung  der  Nichthändlerpreise ­
  des  zlveiten  und  dritten  Wirtschaftsbezirkes  ergibt  folgendes ­
  Resultat:  Es  stiegen  die  Preise  im  Jahre  1903  um  (35),  1904  um
8,6,  1905  um  minus  6,5,  1906  um  15,  1907  unl  13,5,  1908  um  8,  1909
um  36  und  1910  um  23,5  Proz.  Abgesehen  von  der  geringen  Zahl  der
Fälle  dürfte  man  die  Preisbewegung  des  Wiesenlandes  noch  ans
anderen  Gründen  mit  Reserve  hinnehmen.  Einmal  sind  die  Qualitätsunterschiede ­
  beim  Wiesenland  stärker  als  beim  Ackerland  und  es  wäre
daher  gerade  in  Anbetracht  der  geringen  Zahl  der  Fälle  eine  feinere
Abstufung  nach  Bonitätsklassen  wünschenswert  gewesen  (war  aber,  wie
eingangs  erwähnt,  nicht  möglich).  Sodann  vollziehen  sich  beim  Wiesenland ­
  die  Veränderungen  in  der  Bonität  vielfach  sehr  rasch.  Sv  ist  es
möglich,  daß  der  Preisanstieg  des  Wiesenlandes  durch  ein  teilweises
oder  sogar  gänzliches  Versauern  resp.  Versumpfen  oder  Austrocknen
während  des  vergangenen  Jahrzehnts  hintangehalten  wurde,  oder  in

1  Die  Jahresreihen  scheinen  von  Zufallsgestaltungen  ziemlich  befreit
zu  sein  und  enthalten  eine  für  die  Durchschnittsberechnung  genügende  Anzahl ­
  von  Fällen.
            
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