Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

43

von  Woche  zu  Woche  in  großen  Sprüngen  zu.  Er  stieg  von  seinem  Tiefstände ­
  :
am  20.  Mai  19x5  von  3907,3  Milk  Frcs.
bis  zum  24.  Juni  1915  auf  3927,2  „  „
d.  h.  in  einem  Monat  um  nur  rund  20  Mill,  Frcs.  Nach  der  Aushändigung
der  Belobigungszertifikate  dagegen;
vom  24.  Juni  1915  von  3927,2  Mill.  Frcs.
bis  26.  August  1915  auf  4266,3  „  „
d.  b.  in  2  Monaten  eine  Zunahme  von  339,1  Mill.  Frcs.
Es  ist  hierbei  zu  berücksichtigen,  daß  zu  gleicher  Zeit  die  erhöhten
Goldabflüsse  nach  dem  Auslande  angehalten  haben.  Sie  finden  ihre
Verbuchung  in  dem  Posten  „Guthaben  im  Ausland“.  Wenn  in  Erwägung
gezogen  wird,  daß  unter  dieser  Bezeichnung  seit  Beginn  des  Jahres
1915  bis  Ende  August  des  gleichen  Jahres  gegen  800  Mill.  Frcs.  ins  Ausland ­
  flössen 1 ),  so  kann  ermessen  werden,  welche  gewaltigen  Summen
Goldes  der  Notenbank  zugetragen  wurden.  Soweit  diese  Annahme
richtig  ist,  kann  das  in  dem  Posten:  „Guthaben  im  Auslande“  enthaltene
Gold  nur  unter  Vorbehalt  als  ein  Bankaktivum  angesehen  werden.
Die  Notenbank  selbst  hat  hierüber  keine  Aufklärungen  kundgegeben
und  die  Vermutungen,  daß  dieses  Gold  als  Deckung  von  Schulden,  Anleihen ­
  oder  ähnlichen  Verpflichtungen  nach  den  Gläubiger-Staaten
überführt  und  dort  für  Rechnung  der  Notenbank  verwahrt  wird,  dürften
der  Wirklichkeit  entsprechen.
In  den  folgenden  Monaten  löste  die  anhaltend  intensive  Goldpropaganda ­
  noch  größere  Erfolge  aus.  Während  des  Monats  September  z.  B.
konnte  die  Notenbank  von  Woche  zu  Woche  Goldzuflüsse  von  50  Mill.  Frcs.
und  mehr  ausweisen.  Der  volle  Umfang  dieser  Zugänge  von  Gold  aus
dem  Volke  fand  in  ihren  Ausweisen  aber  keine  Aufnahme,  da  ein  Teil
unverzüglich  ins  Ausland  abgeführt  werden  mußte.  So  stellt  der  wöchentliche ­
  Zufluß,  wie  ihn  die  Bilanz  registriert,  lediglich  den  Saldo  von  Zuund
  Abgang  dar.  Den  Gipfelpunkt  erreichte  diese  Bewegung  am  23.  Dezember ­
  1915.  An  diesem  Tage  wies  die  Bank  einen  Goldbestand  von
5071  Mill.  Frcs.  aus.  Wird  als  Ausgangspunkt  dieser  Goldsammlungs-Aera
  der  2.  Juli  1915  (Aufruf  von  Ribot)  angesehen,  so  hat  die
Notenbank  ein  für  den  Außenstehenden  sichtbares  Resultat  zu  verzeichnen, ­
  das  weit  über  alle  an  diese  Bewegung  geknüpften  Erwartungen
hinausgeht.  Unter  Heranziehung  der  in  den  Ausweisen  genannten  Ziffern

flössen  der  Notenbank  zu:
Goldbestand  vom  30.  Juni  1915  -  .  3932,00  Mill.  Frcs.
„  „  23.  Dezember  1915  5o7x,oo
eine  Summe  von  1139,00  Mill.  Frcs.

Im  Jahre  1916  sank  der  Geldvorrat  wieder  —  abgesehen  von  geringen ­
  Aufwärtsbewegungen  in  den  Monaten  Januar  bis  März  —  langsam
9  Laut  Wochenausweis;  28.  Januar  19x5  •  •  187,00  Mill.  Frcs.
26.  August  1915  ■  .  1009,00  „  „
Zunahme  822,00  Mill.  Frcs.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.