Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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Wenn,  wie  gezeigt,  auch  hier  und  da  das  privatkapitalistische
Interesse  aus  der  mechanischen  Hauswe'berei  Vorteil  zieht,  so  ist  es
doch  ganz  falsch,  daraus  den  Schluß  abzuleiten,  als  ob  der  Hausweber, ­
  abgesehen  von  gewissen  Spezialitäten,  wirklich  einen  erfolgreichen ­
  Kampf  mit  der  modernen  Fabrikweberei  aufnehmen
könnte.  Die  Kraft  ist  für  ihn  stets  erheblich  teurer.  Mr  die
Abgabe  der  Elektrizität  benutzen  die  meisten  Elektrizitätswerke  einen
gestaffelten  Tarif,  bei  dem  der  Preis  entsprechend  der  Steigerung
des  Verbrmichs  erheblich  sinkt.  Große  mechanische  Webereien  haben
infolge  des  außergewöhnlichen  Bedarfs  auch  außergewöhnlich  niedrige
Elektrizitätspreise.  Was  ftir  Unterschiede  sich  dabei  ergeben,  zeigt
eine  Feststellung  in  der  sächsischen  Niederlausitz:  der  Großbetrieb
zahlt  3  Pfennige  für  die  Kilowattstunde,  der  Hausgewerbtreibende
15  Pfennige!  Auch  bei  der  Beschaffung  der  Motoren  werden  denjenigen, ­
  die  größere  Mengen  beziehen,  nicht  unerhebliche  Rabatte
eingeräumt.
Daß  die  R  a  u  m  miete  sich  im  Hausbetrieb  wesentlich  niedriger
stellt  als  in  der  Fabrik,  erscheint  bei  genauer  Berechnung  sehr
zweifelhaft.  Der  mechanische  Webstuhl  kann  eigentlich  nur  im
eigenen  Hause  aufgestellt  werden,  da,  abgesehen  vom  Bandwebstuhl,
das  Hin-  und  Herwerfen  der  Schützen  starke  Erschütterung  nicht
nur  des  Stuhles  selbst,  sondern  des  ganzen  Untergrundes  herbeiführt, ­
  zudem  sehr  laut  klappert,  so  daß  in  Miethäusern  die  Aufstellung ­
  mechanischer  Webstühle  «unmöglich  ist.  In  mechanischen
Webereien  ist  durch  Betonierung  «des  Fußbodens  die  unangenehme
und  namentlich  für  den  Frauenkörper  schädliche  Erschütterung
wesentlich  verringert.  Vor  allem  aber  ist  zu  beachten,  Daß  die
Ueberlegenheit  des  Fabrikbetriebes  über  die  Hausweberei  nicht
allein  in  der  Art  des  Antriebes  der  Stühle  beruht,  sondern  in  «der
vorteilhaften  Organisation  des  Herstellungsprozesses. ­
  So  lohnen  sich  besondere  Maschinen  für  die  Vorbereitung ­
  des  Ketten-  und  Schußmaterials  ■  nur,  wenn  sich  eine
größere  Anzahl  von  Webstühlen  im  Betrieb  befinden.  Dann  aber
geht  die  moderne  Entwicklung  der  Technik  darauf  hinaus,  möglichst
viel  Webstühle  durch  einen  Weber  bedienen  zu  lassen.  Während
            
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