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eine unveränderliche Wertgröße in der physischen, nicht gelernten
Arbeit sehen wollte. Hinsichtlich dieser Verhältnisse hat nun zwar
lange Klarheit geherrscht, aber die Frage drängt sich doch immer
noch auf, wie sich die fortwährenden Bewegungen der mannigfaltigen,
verschiedenen Warenpreise festhalten lassen.
Da sich die Preise nicht nur von Zeit zu Zeit, sondern sogar
innerhalb engerer Grenzen von Ort zu Ort verändern können, kann
davon die Rede sein, den Stärkegrad der Preisbewegungen sowohl
nach Zeit als auch nach Raum zu messen. Wenn es überhaupt
möglich ist, die Preisbewegungen vieler Waren durch eine einzelne
Zahl auszudrücken, dann kann man die Stärke der Preisbewegung
hinsichtlich der Zeit leicht entweder durch eine Tabelle oder durch
eine Kurve in einem Koordinatensystem mit der Zeit als Abszisse
veranschaulichen. Anders verhält es sich mit der Stärke der Preis-
bewegungen in bezug auf den Raum. Die Gebiete, in denen man
seine Preisbeobachtungen anstellt, werden sich nur ausnahmsweise
als Zahlen einer Koordinatenachse anordnen lassen. Die Gebiets-
teilung wird sich im Gegenteil in der Regel wie ein qualitativer
Einteilungsgrund verhalten, wie wenn man die Preise in verschiedenen
Ländern, in verschiedenen Teilen eines Landes oder in den ver-
schiedenen Vierteln einer Stadt miteinander vergleicht.
In dieser Beziehung unterscheiden sich die Beobachtungen über
Warenpreise nicht von so vielen anderen Beobachtungen. Über-
haupt sei bemerkt, daß das im Vorhergehenden über die statistische
Bearbeitung von Beobachtungen überhaupt Gesagte auch bei Be-
obachtungen über Preise gelten muß. Wenn z. B. die für den Preis
einer Ware vorliegenden Beobachtungen eine Verteilung aufweisen,
die entweder sehr ungleichmäßig ist oder sogar mehr als einen
Maximumspunkt ergibt, dann deutet, wie im $ 165 gesagt, das Vor-
handensein solcher Unregelmäßigkeiten darauf hin, daß sich unter
den Ursachen, die faktisch für die einzelne Preisbeobachtung ent-
scheidend gewesen sind, eine oder mehrere finden, die bei geeigneter
Teilung der Beobachtungen sich müssen ausscheiden lassen. Von
den Gliederungen, die hierbei eventuell zu berücksichtigen sind, wird
u. a. eine Einteilung nach der Zeit in Betracht kommen, wenn die
Beobachtungen nicht gleichzeitig angestellt werden; auch müssen
die Preisbeobachtungen, wenn sie von verschiedenen Gebieten oder
Quellen stammen, in dieser Beziehung gegliedert werden, wie es z. B.
mit Stadt- und Landpreisen usw. der Fall ist. Obgleich man natür-
lich nicht im voraus Beobachtungen über Preise für ganz verschiedene