Full text: Die Heimarbeit im Kriege

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industrieverbandes — ein Merkblatt für Hausarbeiter hemusge- 
geben, das in großer Zahl von den Behörden, Ge 
werbeinspektionen, Arbeiten und Frauenvereinen usw. verbreitet 
tvurde. Durch zahlreiche kürzere und längere Artikel und Notizen 
wurde unter Benutzung der Tages-, Arbeiter- und Fachpresse fiir 
Aufklärung und die Erörterung schwebender Tagesfragen gesorgt. 
Bei der Durchführung des Hausarbeitgesetzes und der Reichs 
versicherungsordnung stellten sich alsbald so erhebliche Schwierig 
keiten, Mängel und Lücken der Gesetzgebung heraus, daß die Aus- 
knnftsstelle sich genötigt sah, das Schwergewicht ihrer Tätigkeit 
auf dieses Gebiet zu verlegen. In einer Reihe von Eingaben an 
maßgebende Behörden trat sie für einen durchgreifenden Hans 
arbeiterschutz und zweckmäßige Ausführungsverordnungen ein und 
vereinigte die interessierten Arbeiterorganisationen und sozialpoli 
tischen Vereine zu gemeinsamem Vorgehen. So trat, nachdem sich 
die Verhältnisse nach Einführung der Reichsversicherungsordnung 
als unhaltbar erwiesen, aus den Kreisen der Versicherungsämter, 
Krankenkassen und Versicherten der Wunsch an die Auskünftsstelle 
fiir Heimarbeitreform heran, sie möchte !den neutralen Boden für 
eine Konferenz von Sachverständigen abgeben, die sich mit der 
Klärung grundsätzlicher Frager: und der Erleichterung der Durch 
führung der Reichsversicherungsordnung beschäftige,: sollte. Diese 
Konferenz farrd am 20. Juni rmter Beteiligung des Reichsarnts des 
Innern, des Reichsversicherungsamts, mehrerer burtdesstaatlicher 
Regierungen, Oberversichernngs- und Versicherungsämter, der 
Krankenkassenverbände und Arbeiterorganisationen soivie des 
Bureaus für Sozialpolitik in Berlin statt und bildete eine wert 
volle Unterlage für die spätere Bearbeitung dieser Frage. 
Weitere, das Hcmsarbeitgesetz und andere Heimarbeiterfragen 
betreffende Konferenzen fanden im August 1916 und Februar 1916 
statt (vergl. Seite 41). 
Nahm die Anskunftsstelle in dieser Weise zu den großen schwe 
bender: Problemen Stellung, so befaßte sie sich nicht minder rnit 
Einzelfragen. Sie trat in rnehrfachei: Eingaben an Versicherungs 
ämter, Gemeinden und Krankenkassen fiir die Schaffung zweck-
	        
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