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heitsverhältnisse in dieser Industrie hin; eine traurige Sprache reden
auch die Krankheitsziffern der Hausatbeiter in den Drückevdörfern,
die so hoch sind, daß sie die Krankenkassen nach Einbeziehung
der Hausgewerbetreibenden zu sprengen drohten.
Nicht minder schlimm haust nach dem oben erwähnten
Jahresbericht der sachsen-meiningischen Gewerbeaufsicht die Tuberkulose
bei den Hausarbeitern, die dem Maskenauflegen, Formen,
Gießen, Verputzen von Porzellan gegenständen obliegen, das
meist Frauen- und Kinderarbeit ist. „Namentlich durch das Verputzen
wird nicht nur die Wohnung durch Staub verschmutzt, es
wird auch durch das der gestanzten Ware anhaftende Nüböl und
Petroleum die Luft der Wohnungen in unerträglicher Weise verpestet
und der Ausbreitung der Schwindsucht direkt Vorschub geleistet/")
„Es stellt sich immer mehr die Nottvendigkeit heraus,
behördlicherseits obengenannte Arbeiten nur bei Benutzung besonderer
Arbeitsräume hausgewerblich zuzulassen/") Zu den gesundheitsschädlichen
Hausindustrien gehört ferner die F e l l z n p f c r « i
und Hasenhaarschneiderei, die ihren Hanptsitz in einigen
hessischen Dörfern hat. Schon vor Jahren hatte das Kreisamt Dieburg
versucht, durch Polizeiverordnung regelnd einzugreifen, das
Verarbeiten gebeizter Felle in Hausarbeit überhaupt verboten und
flir das Verarbeiten ungebeizter Felle besondere Werkstätten, die
nicht zum Wohnen, Kochen, Schlafen, Essen benutzt werden dürfen,
vorgeschrieben. Trotzdem war es nicht geglückt, die Verhältnisse
zu bessern; der Bearbeiter dieses Gebietes für die Monographie der
Heimarbeit im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet schreibt darüber:
„Den erheblichen Mißständen der Heimarbeit in der Hasenhaarschneiderei
ist aber nicht beizukommen mit Reformen und Vorschriften,
durch die sie in besondere Räume gewiesen werden soll. Hierbei
bleibt nicht nur die Möglichkeit, sondern bei der Enge der Wohnungen
die Gewißheit, daß die „Arbeits"räume auch zu anderen
Zwecken benützt werden. Keine Reform, die die Arbeit in den
Wohnhäusern beläßt, kann die Garantie für die notwendige Reinigung
der Arbeiterinnen vor dem Essen bieten oder kann erreichen,
daß die Kinder von der für sie ganz besonders schädlichen Arbeit