Full text: Die Heimarbeit im Kriege

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bergenossenschaften aus, die von Unternchinern während des Kriegs 
gegründet sind, atm, nachdem die Textilindustrie durch die Beschlag 
nahme der Web- und Spinchtoffe lahmgelegt war, vorn Staat die 
Herausgabe von Beutegarn und Aufträgen zu erlangen und dadurch 
sowohl den Unternehmern als auch der: Hauswckern Arbeit und 
Erwerb zu schaffen; arich sie beteiligen die Heimarbeiter selbst lveder 
an der Aufbringung des Betriebskapitals noch an der Verwaltung; 
Typen dieser Form sind die „Kriegsvereinigung zur Beschaffung von 
Avbeitsgegelegenheit fiir Hausweber in Sachsen," die „Vereinigung 
Oberlousitzer Handweber", die 76 Unternehmer als Mitglieder zählt, 
u. a. m. 
Ueber diese Vereinigungen, die die Heimarbeiter wesentlich als 
Objekt ihrer Tätigkeit betrachten, kann, so sehr man ihr Wirken 
anerkennen mag, an dieser Stelle kurz hinweggegangen werden, um 
zu den Genossenschaften git geangen, deren Subjekt 
Heimarbeiter sind. Ihre Zahl ist nicht allzu groß, ihre Bedeutung 
zwar int Kriege an der Hand von Heeresaufträgen gewachsen, aber, 
gentessen am Ganzett, doch gering. Die größte Bedeutung haben 
wohl die Schneidergenossenschaften erlangt, die zum Zweck der 
Uebernahme von Heereslieferungen zum Teil von den Innungen ge 
bildet sind; die Mitglieder sind allerdings zunreist mehr als Hand 
werker denn als Heimarbeiter anzusehen. Da auch sie demnach keine 
ganz reine Form einer Heimarbeitergenossenschaft darstellen, mag 
in diesen: Zusammenhang auch voi: ihnen abgesehen werden. 
Ei::e Anzahl kleinerer Korbmachergenossenschasten Oberfran 
kens urtd Thüringens, die sich schon vor dem Krieg zu einen: Ver 
band mit dem Sitz in Michelau vereinigt hatten, haben dank der 
Unterstützung des Staats mit Heeresaufträgen während des Krieges 
einen glänzenden Aufschwung genommen. Ein Beispiel einer 
lebensfähigen Organisation, die eine eigenartige Verbindung von 
Konsum- und Produktivgenossenschaft darstellt, ist der hauptsächlich 
von Korbmachern gebildete Konsum- und Sparverein in Schney 
mit der 1916 abgegliederten Abteilung „Korbmachervereinigung 
Schney und Umgegeitd". Diese Schöpfung echt genossenschaftlichen 
Geistes trat zunächst ins Leben, um die Mitglieder mit Lebensmit-
	        
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