hochverehrten Herren, welche beim Beginn des Unternehmens vor
achteinhalb Jahren eines Sinnes waren, immer mehr auseinander
gehen, was bleibt mir übrig, als so zu handeln, wie es meine, aus
sorgfältiger Erkundigung auf beiden Seiten sich entwickelnde
Ueberzeugung mir vorschreibt ?“ Als ein Artikel R e u s c h s über
Angelegenheiten des Konzils stark gekürzt und die Aufnahme eines
anderen von Bachem ganz verweigert wurde, kündigte Keusch
die Mitarbeiterschaft, und monatelang beschränkte sich der Ver
kehr des Verlegers mit Hoffmann auf den schriftlichen Weg.
Der noch bis Ende März 1870 laufende Vertrag mit diesem wurde
von Bachem am 26. November 1869 gekündigt aus Anlaß eines
Artikels, der „vom Geist der Koblenzer Laienadresse durch
drungen war“, unter Zahlung einer erheblichen Abfindungssumme
und der beiderseitigen Verpflichtung, das bisherige Verhältnis
„weder in Zeitungen noch in anderen Druckschriften zum Gegen
stand einer Polemik zu machen“.
Daß es dem Verleger gelang, sein Blatt durch diese Wirren der sog.
Altkatholischen Bewegung gut durchzusteuern, schrieb Josef Bachem in
dankbarer Anerkennung vorwiegend dem selbstlosen Rat des Subregens
Prof. Dr. Ant. Heuser, des spätem Kölner Domkapitulars (gest.3. April
1891) zu, einem besonnenen, klugen, vielseitig gebildeten Manne. Er hat
Josef Bachem in den Schwierigkeiten jener Zeit in treuer Freundschaft
beigestanden. Der immer hilfsbereite Mann versagte niemals und stand
am frühen Morgen wie am späten Abend stets zur Verfügung.
Mittlerweile hatte Josef Bachem seine frühere Absicht, den
Kölnischen Blättern den Namen Kölnische Volkszeitung zu
geben — ein Plan, gegen den man das Bedenken eines „demo
kratischen Beigeschmacks“ geäußert hatte! — am 1. Januar 1869
verwirklicht und gleichzeitig das Format des Blattes etwas
vergrößert.
Die letzte Nummer, die Hoffmann zeichnete, war das 2. (Abend-)
Blatt vom 13. Dezember 1869, nachdem das erste Blatt über die
Eröffnungsfeierlichkeit des Konzils in Rom vom 8. Dezember
berichtet hatte. Die Verlegenheit, in die das Unternehmen
so plötzlich geraten war, äußert sich in der Tatsache, daß
auf dem 1. Blatt vom 14. als „Stellvertretender verantwortlicher
Redakteur Robert Bachem“ — der im geschäftlichen Betriebe
tätige Vetter des Verlegers, später Prokurist der Firma —
erscheint, der mit der Schriftleitung gar nichts zu tun hatte,