Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

den allerdings schon am 16. als stellvertretend verantwortlich 
Heinr. Schmidt als Redakteur ablöste. Am selben Tage brachte 
die Zeitung an der Spitze die Mitteilung, daß die Verhältnisse 
einen Personenwechsel bei der Redaktion der Kölnischen Volks 
zeitung notwendig gemacht hätten. „Der zweite Redacteur, 
der die Hauptrubriken des Auslandes seit acht Jahren be 
arbeitet (Schmidt), wird bleiben, und der dritte Redacteur 
(der 1862 eingetretene Herrn. Bentlage) in kurzem durch eine 
bedeutendere Kraft ersetzt werden. Die überwiegende Mehr 
zahl der hervorragenden Mitarbeiter, namentlich diejenigen, 
welche in den letzten Jahren die Wochen-Rundschau schrieben, 
haben bereits die Zusage gegeben, die Redaction auch ferner 
unterstützen zu wollen. Ein Systemwechsel wird nicht statt 
finden.“ Das ursprüngliche Programm bleibt maßgebend, „und 
zwar in dem Sinne, daß die Kölnische Volkszeitung das Blatt 
aller Katholiken sein und bleiben soll“. 
Die Verlegenheit, in die Bachem durch den Austritt Hoffmanns 
und Bentlages geriet, wurde noch durch den Umstand vergrößert, 
daß auch der Mitarbeiterkreis infolge des Redaktionswechsels 
sich merklich lichtete. Freilich hatte Bachem schon am 25. Nov. 
1869, also vor der Entlassung Hoffmanns, den früheren Schrift 
leiter der Deutschen Volkshalle Karl Heinrich Brückmann 
gewonnen, um neben seiner Zeitung ein billiges volkstümliches 
katholisches Blatt herauszugeben, aber dieser konnte erst am 
1. April 1870 von seinen Wiesbadener Verpflichtungen loskommen. 
Der Plan eines zweiten Blattes mußte nun aufgegeben werden 
und Brückmann trat in die Leitung der Kölnischen Volkszeitung 
ein. 
Ihre Haltung in kirchenpolitischen Angelegenheiten stimmte 
fortan wieder durchaus überein mit den katholischen Grund 
sätzen, und auch die weitere Geschichte des Blattes während 
des Kulturkampfes wird gekennzeichnet durch eine völlige 
Uebereinstimmung seiner Politik mit derjenigen der Zentrums 
partei. Zu deren Bildung hatte der Obertribunalrat Peter 
Reichensperger am 11. Juni 1870 in der Kölnischen Volks 
zeitung — im Facsimile wiedergegeben in Dr. Ed. Hüsgen, 
Ludwig Windthorst, Erste Aufl. 1907, Bachem, Köln, Seite 80 
— ein allgemeines Wahlprogramm für das preußische 
Abgeordnetenhaus veröffentlicht, auf Grund dessen 48 gewählte 
Abgeordnete sich am 13. Dezember zur „Zentrumsfraktion
	        
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