Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Katholische Tagesschriftsteller waren damals selten, und die Schrift 
leitung der KV stets ausreichend zu besetzen hatte seine Schwierigkeiten. 
Im April 1872 konnte Josef Bachem den Gymnasiallehrer Gerhard 
Büscher in Goch verpflichten, einen kenntnisreichen, mit Witz und 
Humor begabten Mann. Ihn quälte, wie auch Brückmann, ein Lungen 
leiden, das durch den aufreibenden und aufregenden journalistischen 
Beruf besonders in jenen bewegten Zeiten mit ihren Preßprozessen 
natürlich nur ungünstig beeinflußt werden konnte. Brückmann erlag 
seinem Leiden am 13. Juli 1875 in Badenweiler, wohin er sich zur 
Erholung begeben hatte. Seit dem 22. Juni zeichnete Büscher verant 
wortlich. Auch ihn zwang die Krankheit drei Jahre später, sich in 
seine Heimat Goch zu begeben, wo ihn der Tod am 4. Juli 1878 im Alter 
von nur 36 Jahren dahinraffte. 
Im Mai 1874 war in die Schriftleitung als Auslandsredakteur Dr. Eduard 
Hüsgen*' eingetreten, der schon früher als Einsender mit ihr gelegent 
lich in Verbindung getreten war. Kurz vorher war er aus dem Justiz 
dienst ausgeschieden und konnte nun seiner alten Liebe zur Tagesschrift 
stellerei folgen. In dieser Stelle blieb er freilich nur acht Monate, denn 
am 1. Januar 1875 übernahm er die Leitung des Düsseldorfer Volks 
blattes, das sich in der Folgezeit aus einer kleinen Lokalzeitung zu 
einem Blatte von Bedeutung entwickelte. 
Nach dem Tode Brückmanns trat an den Verleger die Sorge 
um die Ergänzung der Schriftleitung von neuem heran. Da 
wurde er eines Tages auf den Bonner Privatdozenten Dr. 
Hermann Cardauns aufmerksam, der ebenfalls schon seit 
1870 zu den gelegentlichen Mitarbeitern der KV zählte. Nun hatte 
damals der Justizrat Vincenz von Zuccalmaglio in Greven 
broich, der bis an sein Lebensende agitatorisch sich betätigte 
und in seinen „antiultramontanen“ Flugschriften sich als „alter 
Fuhrmann“ bezeichnete, 1875 einen Vortrag über den Kölner 
Erzbischof Engelbert den Heiligen drucken lassen, der in kultur 
kämpferischem Sinne gehalten war. Darauf hatte Cardauns an 
ihn ein „Sendschreiben“ in der Köln. Volksztg. vom 22. März 
1875 veröffentlicht, in dem Zuccalmaglio eine „wahrhaft kläg 
liche Unwissenheit“ in geschichtlichen Dingen nachgewiesen 
wurde. Es gab nun Verteidigungen und Erwiderungen; im ganzen 
erschienen vier „Sendschreiben an Herrn V. v. Zuccalmaglio“, 
ohne Verfassername. Das letzte vom 26. April war mit „*? Nach 
forscher in historischen Dingen“ unterzeichnet und dies rj be 
zeichnet noch jetzt gelegentlich den Verfasser von Beiträgen in 
der KV. Cardauns erwies sich in diesen Sendschreiben nicht 
nur als geschickter Fechter, sondern auch als Mann von Grund-
	        
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