Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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ihn  in  Paris  überrascht,  wo  er  seine  Erlebnisse  während  der
Herrschaft  der  Kommune  in  einem  Buche  „Die  neuen  Schreckenstage ­
  in  Paris“  1872  schilderte.
Mit  der  Vertretung  der  KV  in  St.  Petersburg  war  bis
zum  Ausbruch  des  Krieges  ebenfalls  eine  vortrefflich  beratene
Persönlichkeit  betraut.  Aus  London  endlich  unterrichtete  Dr.
Adolf  Rosendorff  die  KV  in  umfassender  Weise  auf  politischem, ­
  wirtschaftlichem  und  unterhaltendem  Gebiete,  bis  der
Krieg  der  Verbindung  ein  Ende  machte.  Ebenso  wurde  die
K  V  aus  New-York,  den  nordischen  Ländern,  aus  Spanien,  der
Türkei  usw.  durch  gute  Berichterstatter  auf  dem  laufenden  gehalten.

Das  Jahrzehnt  vor  dem  Ausbruch  des  Krieges  war  für  das
Zentrum  eine  politisch  hocherregte  Zeit.  Man  hatte  gegen  die
Katholiken  den  Vorwurf  erhoben,  daß  sie  sich  von  dem  Allgemeinleben
  der  Nation  abschlössen  und  in  ihr  einen  „Fremdkörper“
bildeten.  Auch  früher  schon  hatte  man  das  Zentrum  als  eine
konfessionelle  Partei  aus  dem  parlamentarischen  Leben  als
Fremdkörper  ausscheiden  wollen,  eine  Anschauung,  die  Windthorst
  bereits  1872  Bismarck  gegenüber  als  falsch  bezeichnete.
Aber  in  der  Folgezeit  wurde  der  Versuch  wiederholt,  das  Zentrum
allein  zu  stellen.  Dieser  Sachlage  gegenüber  forderte  man  auf
katholischer  Seite,  wie  schon  berufene  Wortführer  und  besonders
nachdrücklich  Windthorst  verlangt  hatten,  daß  die  Katholiken
mehr  hinausträten  unter  die  Andersgläubigen,  die  Anhänger  anderer ­
  politischen,  sozialen,  wissenschaftlichen  Grundsätze,  Theorien ­
  und  Ideale,  und  ihnen  das  wahre  Bild  der  katholischen
Weltanschauung  zeigten.  Aus  dieser  Stimmung  heraus,  „im
Hinblick  auf  die  politische  Gescrotlage“,  schrieb  Julius  Bachem
in  den  Historisch-politischen  Blättern  am  1.  März  1906  seinen
aufsehenerregenden  Aufsatz  „Wir  müssen  aus  dem  Turm  heraus!“,
in  dem  er  die  Auffassung  bekämpfte,  daß  „die  Zentrumsfraktion
ein  ausschließlich  im  Interesse  des  Katholizismus  geschaffenes
Gebilde  sei“.
Dieser  Artikel  wurde  der  Ausgangspunkt  der  gegen  die  sog.
,,K  ö  1  n  e  r  R  i  c  h  t  u  n  g“  vergehenden  Bewegung,  die  das  Ziel  einer
»katholischen  Fraktion“  statt  des  rein  politischen  Zentrums  herbeizuführen ­
  bestrebt  war.  Einen  festen  Anhalt  erhielt  die  Bewegung ­
  in  der  von  Kaplan  Schopen-Oberhausen  veranlaßten
            
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