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Eigentlich ist die Verpackung und Versendung Sache der Post; da
diese aber dafür einige Stunden Zeit beansprucht, so übernimmt jede
größere Zeitung diese Arbeit selbst auf eigene Kosten.
Neben der Versorgung der Post geht die Abfertigung der Trägerinnen
für die St ad tauf läge. In den Nachmittagsstunden muß auch noch für
das Austragen des L A in Köln, seinen Vororten und in den zahlreichen
Ortschaften der umliegenden Landkreise gesorgt werden. Ueberflüssig
zu sagen, daß in diesem hastenden Getriebe sich alles peinlichst genau
nach Minuten, ja Sekunden abspielen muß, um nicht die Züge zu ver
passen und damit den fernen Leser um seine gewohnte Zeitunglesung
zu bringen, was dieser vielleicht mit einem höchst ungnädigen Schreiben
rügen würde.
Die erste Wochenausgabe der Köln. Volksztg. erschien mit dem vierten
Vierteljahr 1881 und führte den Titel „Colonia. Sonntagsausgabe der
Kölnischen Volkszeitung“. Im Umfange von zwei Bogen nebst der Unter
haltungsbeilage „Sterne und Blumen“ kostete die Ausgabe vierteljährlich
1 M. Sie brachte eine politische Wochenrundschau,Jeine „kölnische Wochen
chronik“, einen laufenden Roman und viele unterhaltende und belehrende
Artikel.
Der Gedanke, eine „Wochenausgabie fürs Ausland“ zu veran
stalten, die für die Ausländsdeutschen ein Organ zur engeren Ver
bindung mit |der Heimat bilden sollte, war in den letzten Lebensjahren
Jos. Bachems erwogen worden. Nach einer Amerika-Reise seines ältesten
Sohnes kurz vor seinem Tode wurde der Plan am H. September 1893
Wirklichkeit. Die Ausgabe erfreute sich lebhafter Anerkennung und hatte
sich trefflich entwickelt, als ihr der Weltkrieg den Hauptlebensnerv
unterband. Gleichwohl hielt sie (auch während des Krieges durch und
beschränkte sich auf das verbündete und neutrale Ausland. Mit dem
Jahre 1909 war das Format verkleinert worden (3 Spalten) und statt den
früheren acht großen wurden 16 kleine Seiten geliefert, d. h. der Lese
stoff wurde um ein Neuntel vermehrt. Sie führt jetzt den Titel Wochen-
Ausgabe für Ausland und Uebersee.
Zum goldenen Bischofsjubiläum des Papstes Leo XIII. erschien am
19. Februar 1893 eine besondere „Festgabe der Kölnischen Volkszeitung“
in Form eines mit Bildern geschmückten Lebensbildes des Hl. Vaters. Zum
silbernen Papstjubiläum veranstaltete das Zentralkomitee für die Katho
likenversammlungen zum 1. Mai 1903 einen Jubiläums-Pilgerzug, woran
die Köln. Volksztg. zwölf katholischen Männern, die sich im öffentlichen
Leben verdient gemacht hatten, aber nicht in der Lage gewesen wären