Verlags) in einen großen Raum zu ebener Erde teilen. Erst durch
den Aufbau eines dritten Stockwerks auf das Eckhaus Marzellen-Bahnhofstraße
konnte der nötige Raum zu einer Ausbreitung der
Geschäftsstelle gewonnen werden. Damals entstand auch der
erste F r e i s a a 1 mit freier Lese- und Schreibgelegenheit. Nachdem
E. Böhm 1894 ausgetreten war, nahm seine Stelle am 1. Juni
1895 Carl Okle ein, der, inzwischen Prokurist geworden, den
Posten bis zu seinem Tode am 3. November 1910 innehatte.
Die verschiedenen Aufgaben, die die Geschäftsstelle j einer
großen Zeitung zu erfüllen hat, führten 1900 zu einer Teilung
derselben in mehrere Abteilungen. Die erste besorgt die Anzeigenverwaltung
und die Verteilung der Stadtauflage der KV, die
zweite die Werbearbeit; an der Spitze beider stehtjseit dem Tode
Okles der Prokurist Bonifaz Gutberiet (eingetreten 1. April 1897).
Als eine besondere Frucht der|Werbetätigkeit erschien vor dem Kriege
jährlich ein Gasthofanze ige|r, der 1911 nachwies, daß die KV in über
4600 Gasthöfen, Restaurants usw. auflag, eine Zahl, die im nächsten Jahre
auf 4800 und 1914 auf 5140 gestiegen war.
Die dritte Abteilung, die Post-Zeitungsversendung, ist schon
Seite 105 erwähnt worden, und als vierte hat sich während des
Krieges die Einrichtung einer Feldpostabteilung nötig
gemacht, welcher Franz Josef Birgel vorsteht. Endlich besorgt
eine besondere Abteilung unter Theodor Bonn (eingetreten 15. Mai
1876) die Versendung des Kölner Local-Anzeigers.
Die gesamten Buchhaltungsarbeitender verschiedenen Geschäftszweige,
Verlag, Zeitung und Druckerei laufen in der Hauptbuchhalterei
zusammen, die dem Prokuristen Aug. Steinkrüger
(eingetreten 15. Dez. 1900) untersteht und in der mit fünf Hilfskräften
die endgültigen Geschäfts-Abschlüsse festgestellt werden.
Die Oberleitung dieser verschiedenen Geschäftsstellen liegt
in den Händen von Robert Bachem, dem jüngsten Sohne Josef
Bachems, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des
Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Vorsitzender des Vereins
Rheinischer Zeitungsverleger und seit 1905 Mitglied der Kölner
Handelskammer ist. —
Früh hatte sich von der Geschäftsstelle eine besondere Zeitungsverlagsabteilung
abgezweigt, die gewissermaßen die Vorarbeiten
für die Schriftleitung übernahm. Besonders als in den 1880er Jahren
der Fernsprecher mehr und mehr in den Dienst der Zeitungen
trat, liefen in diesem Raum neben den drahtlichen auch die