(21. 5. 1917). Sie erstrebte einen für unser Vaterland gedeihlichen
Frieden, der alle die gebrachten unsäglichen Opfer
wert sein muß — einen „Frieden der Verständigung und des
Ausgleichs, der Deutschlands politische Sicherung und wirtschaftliche
Weiterentwickelung gewährleistet“ (24.7.1917), einen
Frieden, dem nur noch Englands Vernichtungswille entgegensteht.
Möge bald die Stunde schlagen, die uns dieses Ziel bringen, unsere
heißen Wünsche verwirklichen wird.
Mit dem Eintritt in den Krieg wurden die Zeitungen mit der hemmenden
Militär-JZensur belegt, die freilich im Staatsinteresse getragen
werden mußte. Es ist klar, daß hierbei die Behauptung des englischen
Geschichtsforschers Macaulay, wonach die einzig wahre Geschichte
aus den Zeitungen zu entnehmen sei, einigermaßen eingeschränkt
wird. Trotzdem bieten auch über diesen Krieg die Zeitungen
eine überaus wertvolle ursprüngliche Geschichtsquelle, was der Generaldirektor
der Königlichen Bibliothek in Berlin, Prof. Dr. v. Harnack, in
einem Schreiben vom 10. Mai 1917 an die Kölnische Volkszeitung bei
Gelegenheit der Papierzuweisung für die Bibliotheksausgabe besonders
hervorhob. „Die Königliche Bibliothek,“ heißt es darin, „kann bestätigen,
daß es für die historische Wissenschaft ein Verlust sein würde, wenn
durch Nichtanfertigung des geringen Postens holzfreien Papiers die
Bibliotheksausgabe der Kölnischen Volkszeitung während des Krieges nicht
ununterbrochen erscheinen könnte. Es ist vielmehr ein dringendes Bedürfnis,
auch vom staatlichen Standpunkte aus, daß dieses holzfreie Papier
geliefert wird.“
Als erstes deutsches Blatt veranstaltete die KV eine tägliche
„Kriegsausgabe“ (seit 28. November 1917 Auswahl-Ausgabe
genannt), die in einem Blatt den Hauptinhalt der drei Tagesausgaben
zusammenfaßte. Die erste Nummer erschien bereits am
28. November 1914. Das Unternehmen wollte „den Hunger nach
Nachrichten, der sich allenthalben in der Front und in den
besetzten Gebieten bei Offizieren und Mannschaften bemerkbar
macht“, stillen helfen. Günstige Erscheinungs- und Beförderungsverhältnisse
machten die Kriegsausgabe zur Erfüllung dieser
Aufgabe hervorragend geeignet und bald war sie im Feld und in
der Etappe so beliebt, daß ihre Auflage im Jahre 1916 auf 100000
und 1917 noch darüber stieg. Einer weitern Steigerung der Auflage,
wie sie der Nachfrage entsprochen hätte, stellten sich technische
Schwierigkeiten und Papiermangel entgegen, die unter den Verhältnissen
der Kriegszeit nicht bewältigt werden konnten. Der
Bezugspreis war anfangs bei Feldpostversand M 1.30 monatlich,