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Der Local-Anzeiger wurde anfangs unentgeltlich in die Erdgeschosse von
11811 Häusern verteilt. Für Bewohner der Stockwerke und Hinterhäuser
stellte sich der Bezugspreis auf monatlich 40 Pfg., vom II. Vierteljahr
1888 ab mit Sonntagsbeilage auf 50 Pfg.
Vom Jahre 1905 erschien der Local-Anzeiger als Abendblatt; am 30. No
vember 1907 wurde die unentgeltliche Verteilung eingestellt und von den
Beziehern wöchentlich 10 Pfg. erhoben, welcher Preis allerdings infolge
der Kriegsverhältnisse später auf monatlich 80 Pfg. erhöht werden mußte.
Aus Anlaß seines 25 jährigen Bestehens gab der Kölner Local-Anzeiger
am 12. Oktober 1912 eine 80 Seiten starke „Festnummer“ heraus, in
der vorwiegend kölnische Stoffe behandelt wurden, z. B. die Häusernamen,
die Fleischversorgung, Verkehrsaufgaben, Rechtspflege in Köln, Marien
hospital, Erfolge des Kölner Handwerks, Anna Maria Schürmann, das
kölnische Weltwunder, Entwicklung des gewerblichen Schulwesens in
Köln, Konstantinische Erinnerungen usw. Dieser Festnummer folgte am
30. Mai 1914 eine „Köln-Nummer“ mit einem Ueberblick über die
Geschichte Kölns, ferner Beiträge über den Dom, die Museen, Denkmäler,
Rathaus, Gürzenich, Rheinbrüeken usw.
11. Josef Bachems Tod. Der Buchverlag von 1893 bis 1918.
Der Mann, der den größeren Teil dieser Verlags-Geschichte
in seiner Person selbst vergegenwärtigte, Josef Bachem, den
man als den zweiten Begründer des gesamten Verlags bezeichnen
kann, wurde am 21. August 1893 aus seinem langen, arbeits-
aber auch erfolgreichen Leben nach kurzem Krankenlager abbe
rufen, seine Gemahlin und fünf Kinder zurücklassend. Seine
Bedeutung besonders für die katholische Literatur und für die
politische Zentrumspresse ist heute allgemein anerkannt und in
der umfassenden Biographie aus der Feder seines Sohnes, des
Justizrats Dr. Karl Bachem, gebührend gewürdigt worden.
Auch aus diesen Blättern geht sie deutlich hervor.
Wie er von seinem Vater Lambert Bachem schon bei dessen
Lebzeiten die Leitung der Geschäfte in die Hand genommen hatte,
so war auch in den letzten zehn Jahren seines Lebens die
Führung aller Angelegenheiten des Verlags nach und nach in die
Hände seiner Söhne übergegangen und zuletzt hatte er nur mehr
die Vorprüfung der Angebote für den erzählenden Teil der
Zeitung und den Buchverlag beibehalten. Der älteste der Söhne,