fullscreen: Fortschritt und Armut

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Das Problem des individuellen Lebens. 
entspringt, da sie sich weigern, den Naturgesetzen gemäß zu handeln, 
wir haben gesehen, daß der menschliche Fortschritt nicht die Natur des 
Menschen verändert, sondern daß dieselbe vielmehr im ganzen stets die 
selbe bleibt. 
So wird der Alp, der aus der modernen Welt den Glauben an 
ein künftiges Leben verbannt, verscheucht. Nicht daß alle Schwierig 
keiten beseitigt wären — denn wohin wir uns auch wenden mögen, 
immer stoßen wir auf Dinge, die wir nicht verstehen können —, aber 
wenigstens sind Schwierigkeiten gehoben, die beweiskräftig und unüber 
windlich schienen. Und so bricht die Hoffnung an. 
Das ist jedoch nicht alles. 
Die Nationalökonomie ist die „schreckliche" Wissenschaft genannt 
worden und ist in ihrer herkömmlichen Gestalt in der Tat hoffnungslos 
und verzweiflungbringend. Allein dies ist, wie wir gesehen haben, 
nur darum der Fall, weil sie erniedrigt und gefesselt wurde, weil ihre 
Wahrheiten verrenkt, ihre Harmonien verkannt wurden, weil das Wort, 
das sie gern gesprochen hätte, in ihrem Munde geknebelt und ihr Protest 
gegen das Unrecht in eine Rechtfertigung der Ungerechtigkeit verdreht 
wurde. Befreit, wie ich versucht habe sie zu befreien, strahlt die National 
ökonomie in ihrem eigenen Ebenmaße die Hoffnung aus. 
Denn, richtig verstanden, zeigen die Gesetze, welche die Produktion 
und Verteilung der Güter regieren, daß die Armut und Ungerechtigkeit 
des jetzigen sozialen Zustandes nicht notwendig sind, sondern daß im 
Gegenteil ein sozialerZustand möglich ist, in welchem die Armut unbekannt 
sein würde und alle besseren Eigenschaften und höheren Kräfte der mensch 
lichen Natur Gelegenheit zu voller Entwicklung finden würden. 
Und wenn wir ferner sehen, daß die soziale Entwicklung weder 
durch eine besondere Vorsehung, noch durch ein unbarmherziges Schicksal, 
sondern durch ein zugleich unwandelbares und wohltätiges Gesetz regiert 
wird; wenn wir sehen, daß der menschliche Wille der Hauptfaktor ist, 
und daß die Menschen im allgemeinen ihre Lage selbst gestalten; wenn 
wir sehen, daß das ökonomische und das moralische Gesetz im wesent 
lichen eins sind, und daß die Wahrheit, welche der verstand nach mühsamer 
Anstrengung erfaßt, keine andere ist als die, zu welcher der moralische 
Sinn durch eine schnelle Anschauung gelangt, so bricht eine Flut von 
Licht über das Problem des individuellen Lebens herein. Diese zahl 
losen Millionen von Wesen wie wir, die auf dieser unserer Erde wandelten 
und noch wandeln, mit ihren Freuden und Sorgen, ihrer Mühsal und 
ihrem Streben, ihrer Sehnsucht und ihren Befürchtungen, ihren starken 
Empfindungen von Dingen, die über den verstand hinausgehen, ihren 
gemeinsamen Gefühlen, wie sie die Grundlage selbst der am weitesten 
auseinanderlaufenden Glaubensbekenntnisse bilden — ihre kleinen 
Leben erscheinen nicht wie sinnlose Vergeudung. 
Die große Tatsache, welche die Wissenschaft in allen ihren Zweigen 
darlegt, ist die Allgemeinheit des Gesetzes. Überall, wo er es zu verfolgen
	        
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