Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

und erfreute sich großer Beliebtheit. Rektor Cüppers und Gerhard 
Hennes sind die am meisten darin vertretenen Schriftsteller. 
Der Buchverlag im Kriege. 
Der Krieg hat auf den Buchhandel in mehrfacher Weise einen 
bedeutsamen Einfluß ausgeübt. Zunächst schien bei dem allgemein 
befürchteten wirtschaftlichen Zusammenbruch der Buchhandel 
als Handel mit Luxusgegenständen — Bücher waren noch nicht 
als Gegenstände des täglichen Bedarfs erklärt! — in erster Linie 
in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Manche Verleger glaubten 
den Sortimentern allen Kredit entziehen zu müssen und nur gegen 
Barzahlung liefern zu dürfen. Als sich dann die unerwartete 
Tatsache zeigte, daß der Krieg im Gegenteil eine unerhörte Geld 
flüssigkeit im Gefolge hatte und das wirtschaftliche Leben geradezu 
aufblühte, da machte sich auch die Nachfrage nach Büchern 
in einer Weise bemerkbar, daß der Buchhandel den Anforderungen 
kaum genügen konnte. Nicht zum wenigsten trug hierzu der 
ungeheure Bedarf des Heeres bei. Leuten, die früher kein Buch 
angesehen hatten, drückte die Langeweile des Stellungskrieges 
und der Etappenwache Bücher in die Hand. Die allerorten ent 
stehenden Feldbuchhandlungen und Feldbüchereien stellten unge 
heure Anforderungen an den Verlagshandel. 
Diesen erfreulichen Verhältnissen standen weniger erwünschte 
gegenüber. Je länger der Krieg dauerte, um so mehr nahmen die 
für die Buchherstellung nötigen Rohstoffe an der allgemeinen 
Teuerung teil. Dieser Umstand und die allgemeine Teuerung der 
Lebenshaltung machten fortgesetzte Zuschläge zu den sonst so 
unverrückbaren Bücher-Ladenpreisen nötig. 
Nach dreijähriger Kriegsdauer war es schon schwierig, Papier 
zur Buchherstellung zu erhalten. Dazu waren die Papierpreise 
auf eine Höhe gestiegen, die nur schwer mehr in die Bücher 
preise einzurechnen war, und Unternehmungen, die durch Massen 
auflagen auf billige Preise angewiesen waren, mußten vielfach 
auf Neudrucke verzichten. Oft las man in den buchhändlerischen 
Blättern „Vergriffen. Neudruck erst nach dem Kriege möglich.“ 
Von Jahr zu Jahr ging seit der Papier-„Rationierung“ der dem 
Verleger von der Berliner Papierstelle bewilligte Prozentsatz 
zurück unter gleichzeitigem steten Anziehen der Preise.
	        
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