Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Unter diesen Verhältnissen hatte auch der Bachemsche Verlag 
naturgemäß stark zu leiden. Die Jugendschriftensammlungen 
z. B. konnten einstweilen nicht fortgesetzt werden. Nur das 
Notwendigste durfte hergestellt oder neugedruckt werden. 
Zweifellos hat der Krieg insofern auf manche Volkskreise 
günstig eingewirkt, daß in ihnen die Freude am Buch erweckt 
worden ist, die auch im Frieden nachwirken wird. Mag auch 
jetzt noch lediglich das Unterhaltungsbedürfnis dabei eine Rolle 
spielen, so ist doch anzunehmen, daß mit der Zeit das Lesebedürfnis 
auch ein höheres Interesse gewinnt und an seinem Teil auf die 
Kulturstufe des Volkes günstig einwirkt. Der Krieg als Ursache 
einer Kulturförderung! Ein widerspruchsvoller Gedanke in der 
Tat, aber ein solcher, dessen Verwirklichung zu begrüßen wäre! 
Den Bedürfnissen besonders der katholischen Soldaten hat 
der Bachemsche Verlag durch verschiedene Veröffentlichungen 
Rechnung getragen. Großen Anklang hat gleich zu Anfang des 
Krieges ein Kriegsgebetbüchlein gefunden, das im Aufträge 
des katholischen Garnison-Pfarramts der Festung Köln heraus 
gegeben wurde, und von dem innerhalb dreier Jahre über 400000 
Stück abgesetzt wurden. Dem Verlangen nach Unterhaltung kam 
die Sammlung „In der Feuerpause“ entgegen, die, zu 30 Pfg. 
die Nummer, ernste und heitere kleine Erzählungen bot und von 
denen rasch 30 Hefte herauskamen. Auch die letzten Bände der 
Jugendschriften nahmen auf den Krieg Bezug, wie aus unserm 
Verlagsverzeichnis zu ersehen ist. 
Auf den Werken des Verlags erscheint auf der Titelseite zum 
ersten Male im Jahre 1879 das Verlagszeichen (Signet): 
In seiner Leipziger Ausbildungszeit ließ es F. X. Bachem durch den 
Leipziger Zeichner Fr. Baumgarten herstellen. Es zeigt den Wahlspruch 
Josef Bachems und in den Ecken verteilt die Ziffern des Gründungsjahrs 
1818. Das weiter unten erwähnte Druckerei-Signet ist ebenso entstanden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.