Wenn wir am Schlüsse dieses Abschnitts den Blick auf die
Zeit vor hundert Jahren rückwärts wenden, so ist eine gewisse
Aehnlichkeit der damaligen Lage mit der unsrigen nicht zu ver
kennen. Als der Gründer des Verlags nach Köln kam, waren die
Zustände in Europa nach einem bis dahin unerhörten Kriege gegen
den Feind im Westen noch nicht gefestigt. Noch tagte der Wiener
Kongreß, der die politischen Verhältnisse des Kontinents von
Grund aus neu regeln sollte, noch war der Entscheidungstag von
Waterloo, der Europa endgiitig von der französischen Tyrannei
befreien sollte, nicht angebrochen. Soeben war die Rheinprovinz
an Preußen gekommen, unter dessen Herrschaft sie während des
kommenden Jahrhunderts einen beispiellosen Aufstieg erleben
sollte.
Fast genau hundert Jahre später ist von neuem die Kriegs
fackel in unser friedliches Heim geschleudert worden, und wir
mußten gegen eine Welt von Feinden, die gerade jener Aufstieg
mit Neid erfüllt hatte, uns wehren. Noch sind wir ihrer nicht
völlig Herr geworden, aber wir stehen jetzt, im Frühjahr 1918,
inmitten gewaltiger Erfolge, die uns zu der Hoffnung berechtigen,
daß, wie vor hundert Jahren, das Morgenlicht des Friedens bald
neu erscheinen wird, daß der kulturvernichtende Schritt der
Bataillone verhallen und die Religion der Liebe, die Kunst und
die Wissenschaft, der Fortschritt der Menschheit wieder die
Herrschaft ausüben und unser Volk durch friedliche innere
und äußere Kulturarbeit zum Glücke führen werden.
Möge der Chronist, der nach einem weiteren Jahrhundert, das
für uns noch im Zeitenschoß seine Lose birgt, die Verlagstätig
keit des Hauses Bachem überschauen wird, auf einen glücklichen
Zeitraum der Fortentwicklung zurückblicken können. Möge auch
er vor allem an der Schwelle jenes neuen Jahrhunderts einen
ebenso erfreulichen Abschluß einer schlimmen Zeit schauen, wie
es uns vergönnt ist. Das ist unsere feste Hoffnung, das walte Gott!