Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

hervorragend geeigneten Mannes von seltenen Geistesgaben. Wer 
die aufreibende Tätigkeit in einer Zeitungsdruckerei kennt, wo mit 
halben Minuten gerechnet zu werden pflegt, der weiß, welch eine 
Aufgabe der leitende Metteur Stunde für Stunde zu lösen hat. 
Seit der Gründung des Local-Anzeigers 1887 führte in dessen 
Setzerei Theod. Schumacher das Szepter, der 1916 in den 
wohlverdienten Ruhestand trat. Rings und Schumacher hatten 
beide ihre technische Ausbildung und Reife im Hause erlangt. 
Das im Jahre 1898 eingeführte Dritte Blatt der Kölnischen 
Volkszeitung machte eine weitere Vergrößerung der Setzerzahl 
und damit eine fernere Raumvermehrung notwendig, die durch 
Benutzung des 1880 neu erbauten, bisher Privatzwecken dienenden 
Hauses Marzellenstraße 2H erreicht wurde. Zwei Jahre später 
hielt die dritte Rotationsmaschine, aus der Hummelschen Fabrik, 
ihren Einzug. 
Nach dem Weggange Messenzehls Ende 1886 hatte die tech 
nische Leitung zwei Jahre lang in den Händen der Faktore 
E. Schmidt, Hajdozy und (1887) R. Sander gelegen, dann 
übernahm sie am 1. Mai 1888 Anton Korn, der im Hause die 
Buch- und Akzidenzdruckerei erlernt und seine fernere Ausbil 
dung in bedeutenden Berliner und Leipziger Kunst- und Akzidenz 
druckereien genossen hatte. Tüchtige typographische und betriebs 
technische Fachkenntnisse vereinigen sich bei ihm mit feinem 
kunstverständigem Geschmack und geschickter Zeichnerhand. 
Als Oberfaktor leitet er den gesamten technischen Betrieb. 
Die Druckerei widmete sich von nun ab in besonderem 
Maße den für das Großgewerbe erforderlichen Drucksachen 
und pflegte besonders die Herstellung illustrierter Ka 
taloge und Prospekte. Formenfreudigkeit in der Ornamentik 
und harmonisch abgestimmte lebhafte Farbenwirkung waren dabei 
die ästhetischen Richtlinien. Entsprechend erfuhr das Akzidenz 
setzerpersonal eine wesentliche Verstärkung, und der Maschinen 
park wurde durch eine Illustrationsschnellpresse mit 
besonders feinem Farbwerk aus der Maschinenfabrik Johannis 
berg vermehrt. Nicht vernachlässigt wurde dabei die Pflege der 
alltäglichen kaufmännischen und gewerblichen Drucksachen, viel 
mehr hatte sich jeder einzelne Auftrag, dem Grundsätze der Firma 
getreu, gleicher Sorgfalt in bezug auf geschmackvolle Druckaus 
führung zu erfreuen. Mit besonderer Vorliebe pflegte die Druckerei 
die Herstellung kunstvoller, farbenreicher Diplome, Hochzeits-
	        
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