den Buchverlag durch die eigene Buchbinderei ausgeführt. Auch
die Entwürfe und Zeichnungen dazu wurden in der eigenen
Abteilung Kunstwerkstätte angefertigt.
Bald war der oben angeführte Raum zu klein, ein großer
Raum des Westflügels und ein Raum des! Ursula-Anbaues mußten
dazu genommen werden. Trotzdem sah man schon nach einigen
Jahren die Arbeiter oft in drangvoll fürchterlicher Enge ihr Tage
werk vollbringen, so daß ein Raum von etwa 80 Quadratmeter
vom vierten Stock des Nordflügels noch für Herstellung von Buch
binderarbeiten abgetrennt werden mußte.
Die Buchbinderei arbeitet jetzt mit sechs Falzmaschinen, vier
Buchheftmaschinen, vier Broschürenheftmaschinen, acht Schneide
maschinen, fünf Prägepressen, drei Klebmaschinen und etwa
25 andern Maschinen, Pressen und Apparaten. Vor dem Kriege
waren in der Buchbinderei beschäftigt zwei Meister, 17 Ge-
hülfen, 5 Lehrlinge, 26 Hülfsarbeiter. Der Krieg brachte eine
starke Verschiebung des Personals mit sich, weibliche Hülfs-
kräfte mußten herangezogen werden, so daß heute außer einem
Meister 11 Gehülfen, 2 Lehrlinge, 7 Hülfsarbeiter und 24 Hülfs-
arbeiterinnen beschäftigt werden.
Durch Eintritt des Kunstbuchbinders und Ledertechnikers
A. Wemmer wurde die Abteilung Kunstwerkstätte in die Lage
versetzt, wirklich bedeutende, auch von der Kritik als vorbildlich
anerkannte Arbeiten herzustellen. Aus dieser Werkstätte sind aus
gezeichnete Prachteinbände mit ziseliertem Goldschnitt, Mappen,
Albums u. dergl. in Lederschnitt, Handvergoldung, Metalltreib
arbeiten in jeder nur denkbaren Art und Aufmachung hervor
gegangen. Manches schöne Stück wurde für hohe und höchst
stehende Personen in dieser Kunstbuchbinderei-Abteilung an
gefertigt, und mit Stolz zeigt man gerne dem Besucher der
Druckerei eine kleine Auslese von solchen Arbeiten.
So reiht sich die Großbuchbinderei würdig der künstlerischen
Richtung der Buchdruckerei an.
100 Jahre J. P. Bachem,
13