Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

namens besprochen worden sein, denn in einem Schreiben Biundes vom 
29. Oktober heißt es: „Den Namen Michaelis will ich gern vertreten, jedoch 
wünsche ich, daß er geschrieben werde, nicht E. Michaelis sondern Edm. 
Michaelis.“ Später wollte er den Vornamen Edm. in Everhard geändert 
wissen, aber der Titel war schon gedruckt. (Schreiben Bachems vom 
14. November.) — Ein Verlagsanerbieten Biundes vom 17. Februar 1840 
betr. eine lateinische Schrift, deren Erscheinen in der Bonner Zeitschrift 
S. 266 beantragt wird, lehnte Bachem unterm 21. Februar wegen Ueber- 
beschäftigung ab. 
(S. 22) Der Stadtbaumeister Weyer war 1816 als junger Architekt, 
nachdem er in Paris auf der Bauschule mehrere Preise erhalten hatte, 
nach Köln zurückgekehrt und wurde als Gehilfe des damaligen Stadt 
baumeisters Schmitz (gest. 1822) als dessen Nachfolger angestellt. Er 
baute u. a. das (runde) alte Justizgebäude am Appellhofplatz 1824-26, das 
Lagerhaus Ähren am Stapelhaus 1838, das neue Bürgerhospital an der 
Cäcilienkirche und erneuerte den Gürzenich, das Rathausportal usw. 
Mitten in der Ausübung seines Hauptbaues, des Bürgerhospitals, legte er 
sein Amt als Stadtbaumeister nieder (sein Nachfolger wurde der Gemeinde 
baumeister Harperath in Siegburg, ein geborener Kölner) und begann 
mit Hilfe des Schaaffhausenschen Bankvereins große Grundstückspeku 
lationen, nicht allein in Köln (wo er zum Aerger Aug. Reichenspergers 
ziemlich ehrfurchtslos dem Nützlichkeitsgrundsatz huldigte), sondern auch 
in Crefeld, Emmerich usw. Nachdem ihm zu Anfang große Gewinne 
zugeflossen waren, sanken 1845 die Grundstückpreise außerordentlich, 
wodurch Weyer sein ganzes Vermögen verlor und gezwungen war, seine 
prachtvolle Sammlung von etwa 600 alten und neuen Gemälden aller 
Schulen am 25. August 1862 zu versteigern. Zwei Jahre nach diesem 
Tage starb er. Ende der 1830er Jahre hatte er von den 25 Kirchen Kölns 
„Bildliche Darstellungen und geschichtliche Nachrichten“ in Zeichnungen 
von Cranz, aquarelliert von Maler Ad. Wegelin, herausgegeben, die wahr 
scheinlich 1862 in das Geschichtliche Museum in Brüssel gelangten und 
1905 von der Stadt Köln erworben wurden. Sie befinden sich jetzt hier 
im Historischen Museum. 
(S. 23) Der bedeutende Mineralog Joh. Jakob Nöggerath wurde 1788 
in Bonn geboren, besuchte 1800 die Ecole centrale in Köln und begann 
seine ausübende Tätigkeit mit der Errichtung einer Alaunhütte bei Bonn 
auf einem von ihm entdeckten Braunkohlenflöze bei Friesdorf. Nach 
der französischen Zeit 1814 zum Bergkommissar für die niederrheinischen 
Departements in Aachen ernannt, wurde er 1816 Oberbergamtassessor beim 
Oberbergamt der niederrheinischen Provinz in Bonn, wo er nach mehr 
als SOjähriger, sehr ersprießlicher Dienstzeit 1867 als Geh. Bergrat in den 
Ruhestand trat. An der Bonner Hochschule übernahm er 1818 das Lehr 
fach für Mineralogie und Bergwerkswissenschaften und hielt bis 1873 
Vorlesungen. Schriftstellerisch war er ungemein fruchtbar, auch vielfach
	        
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