Wirken trug bald auf dem gesamten öffentlichen Leben schöne Früchte;
in Vereinen, in der katholischen Frauenbewegung, Parteiversammlungen
usw. betätigte er sich eifrig. In Verbindung mit dem ihm befreundeten
Hofkaplan an St. Andreas, Dr. Schmitz, dem späteren Kölner Weihbischof,
und dem Kaufmann Jos. B r o i x in Neuß gründete er die Düsseldorfer
Volksbank (später Düsseldorfer Bank), die dem Mittelstand einen
geldlichen Rückhalt bieten sollte, und die dann in die Rheinisch-Westfälische
Discontobank aufging. Auch auf eine nähere Fühlungnahme
der Zentrumsblätter untereinander und die Verbesserung ihres Berliner
Nachrichtendienstes war er bedacht. In dieser Beziehung veranlaßte er
das Zustandekommen der sog. CPC (Centrums-Parlaments-C
o r r e s p o n d e n z), die er persönlich in Berlin einrichtete. Zusammen
mit dem Redakteur Pfarrer Zeck arbeitete er für den Zusammenschluß
der Zentrumsorgane eine Satzung aus, die dann auf der Katholikenversammlung
zu Würzburg 1877 den Grund zum „Augustinusverein
zur Pflege der katholischen Presse“ legte. In dem Verein übernahm er
am 20. Januar 1909 als Nachfolger seines Freundes Otto, des Verlegers
der Niederrheinischen Volkszeitung in Krefeld, den ersten Vorsitz, den er
bis zu seinem Lebensende inne hatte. Im Jahre 1909 schied er aus dem
aktiven Schriftleitungsdienst aus und veröffentlichte dann sein Windthorstbuch.
Unerwartet starb er am 20. Oktober 1912 an einem
Herzschlag.
Der Augustinus-Verein zur Pflege der katholischen Presse verdankt
sein Entstehen einem Antrag, den Kaplan Dr. Herrn. Jos. Schmitz,
der spätere Kölner Weihbischof, und Dr. Ed. Hüsgen auf dem Würzburger
Katholikentag 1877 stellten. Sein Hauptzweck war die Gründung weiterer
katholischer Blätter; ferner sollte „eine gemeinsame quellenmäßige Information
und Berichterstattung“ hergestellt werden. 1869 zählten die
sämtlichen katholischen Blätter Deutschlands kaum 60000 Bezieher.
1873 gab es schon 120 größere und 1879 bereits 271 täglich erscheinende
größere Blätter der Zentrumspartei. Außer dem genannten Zweck sollte
der Verein eine Vermittlung schaffen zwischen Tagesschriftstellern und
Politikern. Die in Würzburg gewählte Kommission legte in der Kölner
Gründungsversammlung vom 31. Januar 1878 die Satzungen vor, die
auch eine Pensionskasse für Tagesschriftsteller vorsah. Der Verein
benannte sich nach dem hl. Augustinus, weil dieser Kirchenvater das
Werk De civitate Dei verfaßt hat, in dem er dem Staate Gottes das
Reich der gottentfremdeten Welt kämpfend gegenüberstellt. An diesem
Kampfe soll auch die katholische Presse teilnehmen und die christliche
Weltanschauung gegen die widerchristliche verteidigen. Der erste Vorsitzende
war Dr. Schmitz-Düsseldorf, dem 1882 Ad. Jos. Bongartz-Rellingbausen,
1883 Karl Böddinghaus-Münster, 1889 Heinr. Otto-Crefeld, 1909
Df. Eduard Hüsgen-Düsseldorf (vergl. oben) und 1912 Lambert Lensing-Dortmund
folgten.