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mehr in dies neue vielleicht noch schwerere Jahrhundert einzutreten.
In nomine Domini!
Durch alle Reden des Tages zog sich die Anerkennung dieser
Arbeitsfreude, die ein Grundzug im Wesen aller Firmeninhaber
war und noch ist und die Voraussetzung bildete für das Gedeihen
des groß gewordenen Hauses.
Eröffnet wurde die Feier durch eine Ansprache des Herrn
Franz X. Bachem:
Sehr geehrte Festgäste! Sie wollen mir gestatten, mich zur Einleitung
unserer kriegsmäßig schlichten Feier mit einigen Worten an die Gesamtheit
unserer Geschäftsangehörigen zu wenden, die hier durch Abordnungen
vertreten sind.
Meine Herren! Wenn mir als ältestem Firmainhaber heute, am Tage
des hundertjährigen Bestehens unseres Hauses, die Aufgabe zufällt, Sie
alle auch im Namen meiner Brüder hier herzlich zu begrüßen, so geschieht
das zunächst mit einem Gefühl lebhafter Freude und Genugtuung; vor
allem aber des Dankes gegen unseren Herrgott, dem wir heute morgen
in St. Maria Himmelfahrt, der Stammpfarrkirche der Firma, ,für seine
Gnade und seinen Segen gedankt haben. Er ließ uns diesen seltenen
Tag erleben und hat uns trotz der harten Kriegszeit, unter der jeder von
uns mehr oder weniger leidet, Gedeihen und gute Entwicklung geschenkt.
Die schwere Zeit, in der wir leben, hat verhindert, daß wir den
heutigen Tag mit äußerem festlichen Glanz umgeben, der sonst seiner
Bedeutung wohl entsprochen hätte. Eine große öffentliche Feier mit
Festessen, Musik und Festreden mußten wir uns unter diesen Umständen
versagen. Wir mußten es auch schon um deswillen, weil von den
720 Personen, die im Frieden im Hause tätig waren, zurzeit 228 im
Felde stehen.
Aber unser heutiger bescheidener Festakt gibt uns doch die erwünschte
Gelegenheit, das gute Verhältnis zwischen Prinzipalität und Geschäftsan
gehörigen in die Erscheinung treten zu lassen, auf das wir Söhne, der
Ueberlieferung unseres Vaters folgend, immer nach Kräften den größten
Wert gelegt haben.
Als vor einem Vierteljahrhundert, am 4. Mai 1893, der Gedenktag des
75jährigen Bestehens unserer Firma begangen wurde, haben die er
wachsenen männlichen Geschäftsangehörigen, damals 158, in einer Adresse
an unseren seligen Vater folgendes gesagt:
Untrennbar von dem geschäftlichen Aufschwung ist in die Ge
schichte Ihres Hauses eingetragen die Fürsorge für Ihre Geschäftsan
gehörigen, deren wir heute in besonderer Dankbarkeit gedenken. Das
kleine Reis der ersten Buchdruckerkrankenkasse in Köln, von Ihrem
100 Jahre J. P, Bachem. 16