Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Oberfaktor Anton Korn sprach im Namen der Angestellten 
des technischen Betriebs und erörterte die Gründe dafür, 
daß die Firma so groß geworden ist, daß sie weit über die 
Grenzen Deutschlands einen berechtigten Ruf genießt. 
Man sagt im gewöhnlichen Leben: Die Firma hat Glück gehabt! Was 
heißt Glück? Glück bedeutet Arbeit. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, 
da ich vor mehr als *1*1 Jahren, kaum der Schule entwachsen, in den 
Geschäftsverband aufgenommen wurde, und an die den heutigen Verhält 
nissen gegenüber bescheidenen Zustände bei der Firma, dann muß ich 
sagen: Es muß etwas ganz besonderes sein, daß die Firma in diesen 
Jahren einen solchen Umfang angenommen hat. Ich erinnere mich der 
damaligen Zeit, als ich bei Korrektor Halter als Vorleser tätig war: Wurde 
ich geschickt, ein paar Stahlfedern holen, so gab mir Hr. Robert Bachem 
sen., in Papier eingewickelt, zwei gebrauchte aus. Für die Herren, 
die kalligraphisch schreiben mußten, waren die neuen Federn, für die 
Korrektoren und die übrigen Herren, auf deren Schönschrift kein Wert 
gelegt zu werden brauchte, genügten die alten. Ebenso wurden unserm 
Farbendrucker, dem alten Kramer, wenn er Farben mischen mußte, einige 
Körnchen blaue, rote oder gelbe Farbe ausgeliefert mit der Mahnung: 
„Nun aber auch sparsam sein!“ Das ist der Geist weiser Sparsamkeit, 
der damals im Hause herrschte, und der auf die heutige Generation über 
gegangen ist. 
Wenn ich bedenke, daß damals auf der Zeitungssetzerei 15 Setzer und 
in der Akzidenzsetzerei 2 Setzer beschäftigt und alle diese Leute in einem 
Raume untergebracht waren, der noch nicht so groß war wie dieser 
Museumssaal, und damit vergleiche, wie wir heute zehnmal so große 
Räume notwendig haben, um allein unsere Setzer unterzubringen, so 
muß ich sagen; Es ist etwas besonderes geschehen. Wenn ich die ein 
fache Doppelflachmaschine, welche damals die Zeitung druckte und Muße 
hatte, das zu besorgen, vergleiche mit unseren heutigen zehn Rotations 
maschinen, die nicht imstande sind, die an sie gestellten Anforderungen 
zu erfüllen, dann muß ich sagen: Es ist ein Aufschwung, wie er selten 
vorkommt. 
Herr Josef Bachem war das Bild der Arbeitsamkeit, von morgens früh 
his abends spät jederzeit willig, den Anforderungen, die das Geschäft an 
ihn stellte, entgegenzukommen. Wenn ich ihm abends um 9 Uhr noch 
Korrekturen brachte, konnte ich sicher sein, daß sie andern Morgens 
durchgesehen und durchgeackert dalagen, durchgeackert sage ich, denn 
er tat nichts oberflächlich. Das war der Geist der Arbeitsamkeit, 
her von ihm übergegangen ist auf die späteren Generationen. Wir haben 
hier schon die Zusammenfassung von Sparsamkeit, Arbeitsamkeit und 
Fleiß. Ich hatte vor wenigen Wochen das Vergnügen, bei Frau Katharina 
Bachem in Honnef ein paar Stunden zu Gast zu sein. Als ich eintrat,
	        
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