Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Stadt, deren damaliger Zustand 8 sich freilich wenig zu poetischer 
Verherrlichung eignete. Von der beabsichtigten Fortsetzung hat 
der Verfasser Abstand genommen; wenigstens liegt nur ein 
erstes Heft vor. 
Dagegen erschien von ihm im nächsten Jahre (1821), ebenfalls 
namenlos, eine romantische Erzählung, „Der neue Achilles“ 
mit dem griechischen Freiheitskampf gegen die Türken vom Jahre 
1821 als Hintergrund. 
Vier Jahre später reichte er sein fünfaktiges Lustspiel „Die Hofdame“ 
Goethe zur Beurteilung ein. In einer Besprechung vom 16. November 
1825 äußerte sich dieser sehr anerkennend darüber (vgl. Ferneres über 
deutsche Literatur). Das Werkchen ist dann mit einem anderen 1830 bei 
Cotta in Stuttgart erschienen. 
Ein ungleich berühmterer Dichter folgte Elsholtz auf dem 
Fuße: kein Geringerer als Heinrich Hoffmann von Fallers 
leben mit seinem Erstlingswerke. Der Dichter studierte seit 
1819 in Bonn und unterhandelte im Februar 1821 mit Bachem 
über die Herausgabe seiner „Lieder und Romanzen“. „Wir 
waren“, erzählt er in seiner Selbstbiographie, „bis auf das Ho 
norar ganz einig und endlich auch über dies: ich sollte 4 Friedrichs- 
d’or, nach Beendigung des Druckes, und noch 4 haben, wenn 
200 Exemplare verkauft wären 9 . Mit den Lettern war ich aber 
gar nicht zufrieden, und wenn mich nicht die Aussicht auf etwas 
Reisegeld gereizt hätte, so wäre wohl das ganze unterblieben. 
Die Druckereien in Bonn und Köln waren damals sehr erbärmlich: 
wenn auch etwas auf dem besten Papier gedruckt war, so sah 
es immer unsauber aus; auch der Schnitt der Lettern war ge 
schmacklos. Sehr ergötzlich schien es mir deshalb, wenn Bachem 
sich brieflich äußerte: Ich weiß, daß Erzeugnissen des Genius 
ein gewisser Glanz nicht mangeln darf!“ 
Noch vor Ende März kam die 108 Seiten starke Gedicht 
sammlung heraus. Weil darin mehrere Uebersetzungen hollän 
discher Volkslieder (darunter auch eine Uebersetzung der Königs 
kinder aus dem; Dubbelt verbeterd Amsterdamze Liedboek), auch 
einige Gedichte seiner Freunde Ludw. Henneberg und Krawinkel 
enthalten waren, zeichnete der Dichter auf dem Titel nur als 
Herausgeber. Im übrigen war die Ausstattung zwar sehr ein 
fach, der Druck aber nicht so schlecht, wie Hoffmann es später 
darstellte. Derselbe „geschmacklose“ Letternschnitt ist sogar 
zu unserer Zeit wieder modern geworden! Die Auflage betrug
	        
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