Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

500  Exemplare,  wovon  im  Jahre  1838  laut  Ausweis  der  Verlagsbücher ­
  noch  368  vorhanden  waren.  Die  Ehre,  des  Dichters
Erstling  verlegt  zu  haben,  bezahlte  die  Firma  Bachem  mit  einem
Verlust  von  9  Taler,  22  Sgr.  und  6  Pfg.
Auch  durch  ein  scherzhaftes  Büchlein  ist  die  schöne  Literatur
des  Jahres  1822  vertreten:  in  dem  „Aprils-Al  man  ach.  Ein
Toilettengeschenk  zum  Frühlingsanfang  1822  und  auch  zu  andern
Zeiten  des  Jahres  anmutig  zu  lesen“.  In  dem  ungenannten  Verfasser ­
  hat  wohl  niemand  einen  Juristen  vermutet,  der  gleichzeitig
mit  der  Herausgabe  eines  schwer  wissenschaftlichen  Werkes
beschäftigt  war.  Heute  darf  es  gesagt  werden,  daß  der  Assessor
Aug.  Wilh.  Heffter,  von  dem  oben  schon  die  Rede  gewesen  ist,
sich  den  Scherz  gestattet  hat.

4.  Des  Gründers  Tod  1822.  Lambert  Bachem.
Mitten  aus  seiner  fruchtbringenden  Tätigkeit  wurde  Johann
Peter  Bachem  im  Alter  von  37  Jahren  plötzlich  vom  Tode  abberufen. ­
  Man  fand  ihn  am  9.  Mai  1822  morgens  tot  an  der  vom
Ladenlokal  zur  Wohnung  führenden  Treppe  liegen.  Ein  „Stickfluß
infolge  einer  organischen  Herzkrankheit“  hatte  seinem  Leben  ein
Ende  gemacht.
Da  er  unverheiratet  gestorben  war,  führte  sein  Bruder
Lambert  zunächst  das  Geschäft  fort  und  kaufte  es  dann  von
den  Erben.  Das  war  für  ihn,  der,  wie  schon  Seite  7  erwähnt
wurde,  in  Honnef  am  Rhein  einen  einträglichen  Weinhandel
betrieb,  eher  ein  Opfer  als  sein  Wunsch.  Die  Kölner  Verhältnisse
waren  wenig  verlockend;  bares  Geld  war  fast  nicht  vorhanden,
das  Vermögen  steckte  in  Verlagsrechten  und  den  schon  gedruckten ­
  Büchern.  Zudem  war  die  Auseinandersetzung  mit  DuMont
noch  nicht  beendet.  Die  Rücksicht  auf  die  fünf  lebenden  Geschwister ­
  und  auf  fünfzehn  unmündige  Kinder  von  zwei  verstorbenen ­
  Geschwistern,  unter  denen  nach  den  Umständen  keiner
in  der  Lage  war  das  Geschäft  fortzuführen,  bestimmte  ihn  endlich
zu  der  Uebernahme.
In  dem  Geschäft  war  bisher  als  Gehilfe  Friedrich  Wilhelm
Haltenhof  tätig  gewesen.  Nachdem  von  der  preußischen  Regierung
diesem  und  Lambert  Bachem  am  7.  März  1823  auf  Grund  des
Nachweises,  daß  beide  Bittsteller  eines  unbescholtenen  Rufes
            
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