Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

sich erfreuten und über ein Vermögen „von mehr denn zwei 
Tausend Thaler“ verfügten, die „Concession zur Errichtung einer 
Buchhandlung, Buchdruckerey und Leseanstalt“ erteilt worden 
war, übernahm Lambert das Geschäft mit Werten und Schulden 
für eine „Ueberhauptsumme von 3000 Reichsthalern, jeden zu 
60 Stübern, oder 2307 Berliner Thaler 17 Silbergroschen“ und 
eine Reihe weiterer geldlicher Leistungen, insgesamt für rund 
3900 Reichstaler oder rund 3000 Berliner Taler. Im „Status 
activus“ war die Leihbibliothek mit 704 Taler, das Sortiments 
geschäft mit 954, der Verlag mit 423, der Papiervorrat mit 334 
und die Buchdruckerei mit 557 Taler bewertet worden. 
Da die gemieteten Geschäfts-Räumlichkeiten sich als 
zu klein erwiesen, kaufte Lambert Bachem bald nach der Ueber- 
nahme des Geschäfts durch Akt vom 26. Mai 1823 das Haus zur 
Stadt Paris 10 „auf der Hohenstraße unter Wappenstecken“ Nr. 5088 
(neue Nummer 81) „ohnweit den Vier-Winden“ zum Preise von 
11 000 Taler. Das Hintergebäude, das auf einen Garten hinaus 
ging, nahm die Druckerei auf. 
lieber das damalige Geschäftspersonal haben sich nur geringe 
Aufzeichnungen erhalten, die in Lehrverträgen sich finden, lieber den 
Teilhaber an der Konzession, Friedr. Wilh. Haltenhof, wird nichts mehr 
berichtet. Daß er Ende 1835 noch in der Stellung war, kann aus einem 
Gruß geschlossen werden, den der ausgerüekte Lehrling Lorentzen im 
Oktober dieses Jahres aus Rotterdam an ihn bestellen ließ. In Köln 
scheint er aber nicht gestorben zu sein, denn die hiesigen Sterberegister 
führen seinen Namen nicht auf “. 
Die Leihbibliothek war gar nicht unbedeutend. Ein im 
Jahre 1828 gedrucktes „Vollständiges Bücherverzeichnis“ der 
selben führt auf 226 Seiten 5663 Nummern auf, von denen 2913 
Romane, 311 Poesie, 430 Theater, 815 Geschichte und Politik, 414 
Erd- Länder- und Völkerkunde und 780 „Vermischte Schriften 
zum Nutzen und Vergnügen“ betrafen. Als Gymnasiast, der nichts 
lernte, war August Reichensperger ein eifriger Benutzer. 
»Der alte Lambert Bachem,“ erzählte er später, „warnte mich 
wiederholt und verweigerte mir zuletzt weitere Werke.“ 
Dank seinem Sortimentsbuchhandel ist Lambert Bachem später 
sogar Hofbuchhändler geworden. Als Prinz Wilhelm von Preußen 
der Aeltere 12 1830 als Generalgouverneur der westlichen Pro 
vinzen in Köln wohnte und Bachem Bücherlieferungen an seinen 
Hof hatte, erhielt dieser auf sein Ansuchen unterm 6. Januar 1831 
den Titel eines „Hofbuchhändlers und -Buchdruckers“. 
100 Jahre J. p. Bachem. 2
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.