Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

preußischen  Kultusministers  v.  Altenstein,  daß  die  hermesianische
  Frage  eine  rein  kirchliche  sei.
Schon  im  Jahre  1836  berichtete  eine  Schrift  des  Verlages  unter
dem  Titel  „Die  Hermesianer  in  Rom  oder  Fugen  zu  den
Acta  Romana“  von  Edm.  Michaelis  über  die  Anwesenheit  der
beiden  Professoren  Braun  und  Elvenich  in  Rom.  Sie  waren
nach  der  päpstlichen  Verurteilung  der  Hermesschen  Schriften
vom  26.  September  1835  zur  Aufklärung  des  Papstes  am  26.  Mai
1837  angekommen.  In  einem  Briefe  am  19.  Juli  bedeutete  ihnen
aber  der  Jesuitengeneral  Roothaan  nach  langwierigen  vergeblichen
Verhandlungen  über  die  hermesischen  Lehren,  daß  „kein  Grund
vorhanden  sei,  warum  sie  länger  in  Rom  verweilen  wollten;“
es  bleibe  bei  der  Verurteilung.  Michaelis  verteidigt  die  beiden
Abgesandten  und  die  Sache  des  Hermes,  besonders  gegen  den
Professor  Windischmann  in  Bonn,  der  schon  im  Jahre  1837  gegen
Hermes  mit  „Erbärmlichkeiten“  gearbeitet  habe.
In  seiner  Schrift  über  Windischmann  und  sein  Kreis  (erste  Vereinsschritt ­
  für  1916  der  Görres-Gesellschaft)  vermutet  Professor  Dr.  Dyroff,
daß  es  sich  bei  dem  Namen  Michaelis  um  einen  Decknamen  handele
und  daß  es  sich  verlohne,  über  die  Urheberschaft  dieser  Schrift  genauere
Untersuchungen  anzustellen.  Seine  Vermutung  ist  richtig:  Michaelis  ist
Professor  Dr.  Biunde  in  Trier 13 .
Der  Bachemsche  Verlag  stand  bis  zum  Jahre  1839  in  seinen
Veröffentlichungen  weder  in  der  hermesischen  Angelegenheit  noch
im  Kirchenstreit  auf  der  Seite  Clemens  Augusts.  Das  war  damals
in  der  gärenden  unklaren  Zeit  ringenden  Verständnisses  nicht
so  verwunderlich,  wie  es  heute  scheint,  wo  wir  die  Ereignisse
im  geschichtlichen  Lichte  betrachten.  Tatsächlich  befand  sich
Bachem  unter  den  Katholiken  nicht  in  schlechter  Gesellschaft.
Wie  sein  Geschäftskopiebuch  erweist,  zählte  ein  großer  Teil  des
Klerus  zu  der  Kundschaft  seines  Sortimentsgeschäftes  und  stand
mit  ihm  in  Briefwechsel.  War  doch  nicht  einmal  der  größte  Teil
des  Klerus  und  sein  eigenes  Domkapitel  auf  Seite  des  Erzbischofs
zu  finden.
Zu  Ende  des  Jahres  1838  war  dann  noch  bei  Bachem  die
Schrift  erschienen:  „Rationaler  und  historischer  Standpunkt ­
  zur  Beurtheilung  des  Verhältnisses  zwischen
Staats-Regierungen  und  dem  römischen  Stuhle  in  Beziehung ­
  auf  gemischte  Ehen;  mit  einem  Rückblicke  auf  die  Kölner
Angelegenheit.  Von  einem  Katholiken“,  eine  wissenschaftliche
            
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