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und ich hatte daher nicht ein Mal die, seit der im December v. J. einge
tretenen Krankheit meines Bruders in unserem Geschäfte aufgehäuften
Rückstände beseitigen können, als der Tod auch meinen Vater wegraffte.“
Mit zäher Tatkraft und eisernem Fleiße hatte Josef Bachem
die Familie über die schwierigen Verhältnisse nach dem Jahre
1840 hinwegzubringen gesucht. Durch kaufmännische Berech
nung der einzelnen Verlagswerke und Einführung einer genauen
Buchführung erreichte er zunächst eine solide Grundlage für die
Wiederaufrichtung des Geschäftsbetriebes.
Das Jahr 1840 bildete aber nicht nur in geldlicher Hinsicht
einen bedeutsamen Einschnitt in der Geschichte des Hauses
Bachem; aus dem Zusammenbruch ging vielmehr ein neuer, von
anderen Gesichtspunkten aus geleiteter Verlag hervor. Lambert
Bachem, welcher mehr und mehr die Bürde des Alters fühlte, trat
hinter seinem strebsamen ältesten Sohne Josef zurück. Die
rechtswissenschaftliche Richtung des Verlags wurde aufgegeben
— das große Danielssche Unternehmen erlitt natürlich keine
Unterbrechung — und in bezug auf die Haltung zu kirchlichen
Angelegenheiten erfolgte eine völlige Neueinstellung.
In den 1840er Jahren bewegte sich der Verlag vielfach in
volkstümlich-theologischen Bahnen; eine Anzahl Gebet-
und Betrachtungsbücher wechselte, wie aus dem Verlags
verzeichnis am Schlüsse dieses Buches zu ersehen ist, mit
theologischen Werken für Priester ab.
Im Jahre 1845 tritt zuerst der Koadjutor des Kölner Erz
bischofs, der spätere Kardinal Johannes von Geissei 26 , im
Bachemschen Verlag auf mit seiner Festrede bei Gelegenheit
des fünfzigjährigen Bischofsjubiläums des Bischofs von Münster,
Caspar Max Reichsfreiherrn von Droste zu Vischering, am
6. September 1845. Im nächsten Jahre entbot Geissei bei seiner
Thronbesteigung als Erzbischof den Gläubigen am 11. Januar 1846
einen „oberhirtlichen Gruß“, und die Grundsteinlegung zum Weiter
bau des Kölner Domes im Jahre 1848 begeisterte ihn zu einem
umfangreichen Festgedicht, das aber, in seinem Nachlaß gefunden,
erst im Jahre 1865 in den Verlag kam, in Verbindung mit einem
Lebensbilde Geissels von Domkapitular Dr. W. Molitor in Speyer.
Auch die Hirtenbriefe der Erzbischöfe verbreitete der Bachemsche
Verlag fast regelmäßig. Nach dem Tode Geissels sind von 1868
bis 1874 seine sämtlichen „Schriften und Reden“, kirchlichen
Erlasse, Verordnungen und Bekanntmachungen systematisch