Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Bachem  gegen  Uebernahme  von  120  Losen.  Mitredakteure  waren
Dr.  F.  Marquard  aus  Berlin,  und  seit  November  der  noch  nicht
30jährige  Dr.  Eikerling,  der  nach  anfänglich  theologischen
Studien  in  der  Propaganda  in  Rom  auf  der  Rückreise  nach  seiner
Heimat  Paderborn  von  Bachem  verpflichtet  worden  war.
Mit  der  Haltung  des  Blattes  war  aber  der  Zentralverwaltungs-Ausschuß
  des  Borromäusvereins  (Dieringer,  Walter,  L.  Müller,
Reinkens)  gar  nicht  zufrieden.  In  einer  Kundgebung  vom
19.  Februar  1849,  abgedruckt  in  No.  30  des  Monatsblattes  des
Vereins  vom  1.  März,  rügte  er,  daß  die  Zeitung  „von  den  im
Programm  ausgesprochenen  Grundsätzen  entschieden  abwich“.
Zwischen  dem  Verwaltungsrat  des  Blattes  und  seiner  Schriftleitung ­
  brachen  ebenfalls  Zwistigkeiten  aus,  so  daß  sowohl  Marquard ­
  im  April  1849,  wie  auch  bald  darauf  Chezy  entlassen
wurden.  Eikerling  war  nun  tatsächlich  Hauptredakteur  und
Josef  Bachem,  dem  die  „technische  Leitung  der  Redaktion“  übertragen ­
  worden  war,  der  wirkliche  Gerant.  Zum  Glück  fand  das
Blatt  in  Prof.  Dr.  Hermann  Müller 34  aus  Würzburg,  zu
jener  Zeit  Mitglied  der  Frankfurter  Nationalversammlung,  einen
eifrigen  Mitarbeiter.
Der  geldliche  Zusammenbruch  des  Unternehmens  konnte  aber
nicht  aufgehalten  werden.  Es  war  nicht  möglich  gewesen,  den
ersten  geschäftlich  unfähigen  Geranten  Stienen  zu  einer  geordneten
Buchführung  anzuhalten.  Obgleich  die  Bezieherzahl  nach  drei
Monaten  auf  2500  gestiegen  war,  ergaben  sich  für  die  ersten  vier
Vierteljahre  Verluste  von  5600,  4600,  4880  und  4795  Taler.  Die
Hauptversammlung  vom  12.  September  1849  erklärte  die  Gesellschaft ­
  für  aufgelöst;  fast  das  ganze  eingezahlte  Aktienkapital
(von  20310  Taler)  war  verloren;  davon  hatten  Lambert  Bachem
3000  Taler,  Josef  Bachem  und  der  Kardinal  von  Geissei  je  300
Taler,  alle  übrigen  Aktionäre  weniger  eingezahlt.

b)  Die  Deutsche  Volkshalle.
Trotz  des  geldlichen  Mißerfolges  war  es  weniger  die  Absicht
der  Gesellschaft  der  Rheinischen  Volkshalle,  das  Blatt  eingehen
zu  lassen,  als  sich  durch  ihre  Auflösung  von  den  vertraglichen
Verpflichtungen  gegen  Stienen  und  Chezy,  dessen  Vertrag  noch
bis  zum  Jahre  1853  lief,  zu  befreien.  Deshalb  folgte  jener  Sitzung
vom  12.  September  1849  eine  Stunde  später  unter  Vorsitz  des
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  4
            
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