Hauptaufgabe gestellt hatte und oft sieh im voraus zur Abnahme
mehrerer Hundert Stück eines Buches verpflichtete, einen starken
Rückhalt.
Mit zwei englischen Schriftstellern von großem Ruf eröffnete
Josef Bachem 1854 seine „Sammlung von klassischen
Werken der neuern katholischen Literatur Eng
lands“. Der erste Band brachte des Kardinals John Henry
Newman” Darstellung „Die Türken in ihren geschichtlichen
Beziehungen zur Christenheit“, von Pfarrer G. Schündelen
übersetzt; die beiden nächsten enthielten in trefflicher Ueber-
tragung durch Keusch „Vermischte Schriften des Kardinals
Wiseman“, Erzbischofs von Westminster 39 .
Dieser, durch blendende Beredsamkeit ausgezeichnet, zog durch Pre
digten und Vorträge die öffentliche Aufmerksamkeit seiner Zeit auf sich,
gründete mehrere Zeitschriften und erwies sich als Schriftsteller überaus
fruchtbar. Seine heute noch sehr lesenswerten und lehrreichen „Ver
mischte Schriften“ der Bachemschen Sammlung vereinigten viele seiner
geistvollen, von Mitteilungen geschichtlichen, künstlerischen, volkskund
lichen Charakters reichen Reden über die vorzüglichsten Lehren und
Gebräuche der katholischen Kirche. Wisemans berühmtestes Werk, die
Erzählung „Fabiola oder die Kirche der Katakomben“ erschien im
Original 1854 ohne Verfassernamen als erstes Bändchen in der „Populär
Library“ bei Burns & Lambert in London. Auf das Werk wurde Lic. F.
H. Reu sch in Bonn durch günstige Besprechungen aufmerksam, worauf
er und Bachem unterm 2. Juli 1855 von Wiseman „das ausschließliche
Recht zur Herausgabe einer deutschen Uebersetzung von Fabiola“ er
langten.
Die Fabiola erschien bereits 1856 in der 4. Auflage und ist
heute noch ein gangbares Verlagswerk der Firma. In den
ersten zehn Jahren wurden über 22000 Stück abgesetzt. 1918
kommt das 75. bis 80. Tausend heraus, mit elf Vollbildern von
0. Maehly and mit den englischen Originalholzschnitten.
Als 5. bis 7. Band der Sammlung folgten das Werk von
L. Silliman Ives „Kampf und Sieg auf dem Wege zur katholischen
Kirche“, das erste Werk von Lady G. Fullerton: Die hl.
Franziska Romana, und N e w m a n s bekannte Erzählung K a 11 i s t a
aus dem 3. Jahrhundert, die die Beziehungen der Christen und
Heiden, insbesondere die Verhältnisse der afrikanischen Kirche
zur Zeit des h. Cyprian und der Verfolgung des Decius zum ge
schichtlichen Hintergrund einer ergreifenden Erzählung macht.