So entwickelte sich bis zum Jahre 1865 die Sammlung bis auf
21 Bände, deren Einzelinhalt in dem Verlagsverzeichnis auf
geführt ist.
Die englische Literatur wies damals eine große Anzahl von
unterhaltenden Werken auf, die „in jeder Hinsicht werth schienen,
in Deutschland bekannt zu werden“. Deshalb entschloß sich
Bachem zu einer neuen Reihe, einer „Sammlungunterhalten
der Schriften der neueren englischen Literatur für gebildete
katholische Leser“, deren erster Band 1857 erschien und die
historische Erzählung aus der Zeit Heinrichs VIII. „Alice Sherwin“
von C. J. M a s o n brachte. In rascher Folge schlossen sich noch
im selben Jahre daran an M. Thompsons Novelle „Die Hexe
von Melton-Hill“ und Sadliers Sittengemälde aus denVereinigten
Staaten „Alt Irland und Amerika“. 1858 erschienen Vater B a p t i s t s
[des irischen Priesters Prof. Dr. O’Brien am All-Hallows-
Seminar bei Dublin] Geschichte aus Irlands Gegenwart „Ailey
Moore“ und Paul Peppergraß’ Erzählung aus der Zeit der Köni
gin Elisabeth „Das Geheimniß der Königin“ usw. Geber das Ein
zelne weist das Verlagsverzeichnis 1857—60 das nötige aus.
Diesen beiden Sammlungen schloß sich eine dritte an; „B i 1 d e r
aus dem Volksleben für Jung und Alt“ mit kleineren
Erzählungen, vorzüglich für die reifere Jugend, deren vier Bänd
chen in Sedez im Jahre 1859 erschienen. Das erste brachte die
Erzählung Wisemans „Die Lampe des Heiligthums“ in der
Uebersetzung Reuschs, die übrigen drei enthielten Werkchen von
M. Parsons (vgl. das Verlagsverzeichnis). Ein fünftes Bündchen,
dessen Druck für 1860 angezeigt wurde, ist nicht erschienen.
Lebhafte Förderung erfuhr die schöngeistige Richtung des
Verlags seit den 1860 er Jahren, durch den Unterhaltungsteil der
„Kölnischen Blätter“. Zwar brachten sie im Anfang nur wenig
wirklich erzählende Originalarbeiten; 1860 in Nr. 27—39 eine
Novelle „Drei Wetterschläge“ von M. T.; im Dezember „vom Ver
fasser der Neuen Deutschen Zeitbilder“: „Der Schulze von Drons-
zeln. Ein Bild von der russischen Grenze“. Im Jahre 1861
erschien eine Erzählung „Ein Sturm auf dem Vierwaldstätter
See“ von Louise Meyer von Schauensee (1829—1902),
welcher wir später auch im Verlag begegnen. Eine historische
Novelle aus der Zeit der Kreuzzüge „Goswin von Randerode“
lieferte Nicolaus Schüren, eine Erzählung „Das Kind des
Feuerschiffs in der Elbmündung“ Heinr. Smidt. Dazwischen