Sie war die älteste Tochter des Arztes Dr. Rüdiger di Sebregondi in
Dorsten, dessen Familie aus Italien stammte. Am 18. Dezember 181*1 ge
boren, war sie mit mehreren Geschwistern unter Leitung des hochgebildeten
Vaters aufgewachsen, und obwohl sie seit ihrem 14. Jahre keinen regel
rechten Unterricht mehr erhielt, bildete sie sich unermüdlich weiter,
wovon ihr Jugendwerk „Melete oder der Sieg des Glaubens“ Zeugnis
ablegt, das Kenntnisse griechischen Lebens voraussetzt. Schon mit
16 Jahren verlobte sich Maria mit dem Referendar Gustav Lenzen in
Dorsten, dem sie zwei Jahre später zu einer kurzen Ehe die Hand reichte.
Nachdem der kränkliche Gatte schon zehn Monate später in Elberfeld
am Typhus gestorben war, kehrte Maria ins Vaterhaus zurück. 18*18
folgte sie dem fürstlich Salmschen Rentmeister Ignaz ten Brink (geb.
1804), einem früheren Offizier als Gattin nach Anholt und lebte mit dem
vornehmen Manne bis zu seinem 1875 erfolgten Tode in glücklicher Ehe.
Sie starb am 11. Februar 1882 in Anholt. Ein liebevolles Gedenkblatt
hat Dr. Jos. Wiedenhöfer einer Auswahl ihrer Gedichte mit auf den Weg
gegeben (Dorsten 1908).
Schon früh hatte sich das Schriftstellertalent in der fleißigen Frau
geregt. Ihre erste Erzählung „Nekodas“ aus der Zeit der Zerstörung
Jerusalems ist 1841 bei Manz in Regensburg erschienen. Sechs weitere
Werke, darunter vier je dreibändige Romane folgten, in kurzen Zwischen
räumen bis 1847 im selben Verlag oder bei Kollmann in Leipzig. Seit
ihrer Anholter Zeit überwiegt als ihr Verleger Bachem.
Dem obengenannten Novellenbande folgte im nächsten Jahre
(1872) ein Band Gedichte: „Das erste Jahr. Eine Weihnachts
gabe für junge Mütter“. Zwei neue Reihen von Erzählungen
faßte sie im gleichen Jahre unter dem Titel „Zwischen Ems
und Wupper“ zusammen. Die Historie vom Niederrhein „Das
Fräulein aus dem Sassenreich“ hat ihren Schauplatz in
Elten im 11. Jahrhundert. 1877 erschien als drittte Folge der
gesammelten Novellen die zweibändige Sammlung „Schloß und
Heide“, der noch zwei weitere: „Vor einem halben Jahr
hundert“ und „UnterSommerlaub und Winter schnee“,
folgten. Dazwischen und später entstanden noch andere Werke,
von denen Bachem die historische Erzählung „Sunehild“, die
Romane „Drückende Fesseln“, „Trüber Morgen golde
ner Tag“ und endlich 1888 die Novelle „Gefehlt“ herausbrachte.
Im ganzen veröffentlichte Maria Lenzen 44 Romane und Erzäh
lungen, die im wesentlichen in den Jahrzehnten von 1840—47
und 1871—81 entstanden sind. Sie zeichnen sich durch gute
Schilderungen aus, die ihr leicht und anschaulich aus der Feder
kommen, und bilden eine treffliche volkstümliche Lektüre. Ihr