Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

32

Aus  der  Tatsache,  daB  dem  Handel  und  der  Industrie  aus
dem  internationalen  Wettbewerb  offenkundig  Vorteile  erwachsen,
  zieht  der  Autor  die  SchluBfolgerung,  daB  die  nationale
Flotte  gar  keinen  EinfluB  auf  die  wirtschaftliche  Entfaltung  des
Landes  bat.  Ihr  fâllt  als  allenfalisige  und  alleinige  Aufgabe  die
Einrichtung  von  direkten  Diensten  nach  gewissen  Lândern  in
den  wenigen  Fallen  zu,  wo  die  bestehende  Verbindung  dahin
die  Benützung  von  mehreren  Linien  sowie  zeitraubenden  und
kostspieligen  Umschlag  erforderlich  macht,
Gewisse  Verteidiger  der  belgischen  Handelsîlotte  gestehen
selbst  zu,  daB  es  dieser  unmôglich  ist,  uns  dieselben  Vorteile
zu  verschaffen  wie  die  fremden  Schiffe.  In  der  „Beîgique
maritime  et  coloniale"  vom  6.  Februar  1910  schreibt  Mr,  Hervy-Cousin:
  „Unsere  Handelsschiffe  kdnnten  uns  kaum  so  günstige
Bedingungen  bieten,"
Andererseits  war  die  Tatsache,  daB  mehrere  Schiffahrtslinien
  mit  gemeinsamer  Bestimmung  das  Zustrômen  von  Gütern
begünstigen,  der  entscheidende  Grund  für  die  deutsche  Regierung,
  um  die  Postdampfer  nach  Australien  und  Ostasien  Antwerpen,
  nicht  Rotterdam  anîaufen  zu  lassenj  der  belgische
Hafen  bot  ihnen  übrigens  auch  aile  Bequemlichkeiten  an,  wohingegen
  Rotterdam,  beeinfluBt  von  den  groBen  hollandischen
Linien,  keinerlei  Zugestandnisse  machen  wollte.
Endlîch  sind  die  Vorteile,  die  uns  die  fremde  Handelsîlotte
bietet,  derartige,  daB  deutsche  Reichtagsabgeordnete  im  Lauîe
der  Sitzung  1897/98,  als  die  den  deutschen,  regelmaBig  Antwerpen
  anlaufenden  Postdampferlinien  zu  gewâhrenden  Zuschüsse
  zur  Sprache  kamen,  die  Ansicht  ausdrückten,  man
kônne  der  belgischen  Regierung  vorschlagen,  einen  zu  be-«stimmenden
  Teil  der  genannten  Zuschüsse  auf  sich  zu  nehmen.
♦
♦  ♦
„Die  Zukunlt  des  Landes  liefe  Gefahr,  wenn  Antwerpen
aufhoren  sollte,  der  Mittelpunkt  regen  Schiffsverkehrs  zu  sein,"
hat  De  Leener 27 )  so  sehr  zu  recht  gesagt,  und  doch  würde  dies
das  Ergebnis  des  Wirtschaftskrieges  sein.

27 )  De  Leener,  La  politique  des  transports  en  Belgique,  p.  317.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.