Metadata: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die Persönlichkeit in der Unternehmung. 
vorhanden, ja stellenweise hat er das ganze Feld behauptet und 
erobert sich auch neuen Boden. Aber am eindrucksvollsten ist 
doch die große Unternehmung. Die Fabrik leistet so viel wie 
tausend selbständige Handwerker, das Warenhaus droht den 
Rleinkaufmann zu verschlingen. Die Großunternehmungen haben 
die Grenze vielfach überschritten, die dern vermögen und der 
Leistungsfähigkeit des einzelnen gesteckt ist. Sie. haben sieh des 
halb in verschiedenen Gesellschaftsformen, vor allem in der 
Aktiengesellschaft, die Möglichkeiten geschaffen, viel Kapital zu 
sammenzubringen, oder sie sind schließlich in die Hände des 
Staates, der Gemeinden übergeglitten. 
Sollen wir daraus schließen, daß die Persönlichkeit in der 
wirtschaft nichts mehr bedeute, daß sie von der unpersönlichen 
Macht des Kapitals verdrängt worden sei? Fast hat es den 2t»« 
schein, wenn wir die steigende Versachlichung der Unter 
nehmungsformen ansehen. Aber da liegt es eben; wir dürfen 
nicht die Forur mit dem wesen gleich setzen. Line wirtschaftliche 
Unternehmung ist kein Automat, der auf mechanischen 2lntrieb 
hin läuft, sondern ein feines und diffiziles Instruurent. Sie be 
darf der Meisterhand, des sicheren Lotsen, wenn sie durch das 
stürmische Meer -es Wirtschaftslebens zum Ziele der Aentabi- 
lität gelangen soll. Die eigentlichen Aufgaben des Unternehmers 
— Bestimmung der produktionsrichtung, Linkauf der Aohftoffe 
zur richtigen Zeit, Organisation der Arbeit, 2Zeschaffung des Ka 
pitals, kaufmännische Verwertung der Produkte — können gar 
nicht von einer mehr oder minder bureaukratisch organisierten 
Korporation ausgeübt werden; sie erfordern individuelle Be 
gabungen und Erfahrungen, Menschenkenntnis, Blick für die 
Konjunktur, rasche Entschlußfähigkeit zu ihrer sofortigen Aus 
nutzung. Tatsächlich liegt die Leitung auch der größten Unter 
nehmungen stets in einzelnen Händen; fönst müßten ja schließlich 
alle derartigen Betriebe gleichmäßig gedeihen, wenn der Herr 
„Generaldirektor", der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der „Groß 
aktionär" in den privaten, der „Geheimrat" in den öffentlichen 
Betrieben auch nicht immer für die große Menge sichtbar hervor 
treten, sie bleiben doch die Organisatoren des Sieges oder auch 
der Niederlage. Die wirtschaftsdiktatoren vertragen wir freilich 
nicht mehr; das verlangen unserer Zeit ist das Necht und die 
Pflicht der geistigen 2knteilnahme aller Mlitarbeiter. Aber keine
	        
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