Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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uns  waren,  würden  ebenfails  aufhôren,  und  was  uns  dann  noch
übrig  bliebe,  wâre  von  keiner  Bedeutung  mehr.
Es  würde  uns  tatsâchiich  nichts  aïs  die  Vermittlung  der
franzôsisch-niederlândischen  und  einiger  franzôsischen  Durchfuhr
  von  und  nach  Übersee  verbleiben.  Die  SchutzzollmaBregeln
  Frankreichs,  sein  ,,Surtaxe-d'Entrepôt“-System,  die
Differentiaîtarife  von  den  Eisenbalmgesellschaften  (Cie.  du
Nord;  Cie,  de  l'Est;  Cie  de  l'Ouest;  P,  L,  M.)  zugunsten  Havres,
Dünkirchens  und  Marseilles  eingeîührt,  haben  die  franzdsische
Durchfuhr  über  Antwerpen  natürlich  auî  einer  auBerst  geringen
Hôhe  gehalten, 27 )  Selbst  Biiîiard  beklagt  sich  in  seinem  Bûche
„La  Belgique  industrielle  et  commercielîe  de  demain"  über
Frankreich:  „Es  verschanzt  sich  vorsâtzlich  in  sich  selbst,  und
in  wirtschaftlicher  Hinsicht  môchte  es  sich  selbst  genügen."
Man  wird  uns  vielleicht  sagen,  daB  das  edelmütige  und
ritterliche  Frankreich  den  Opfern,  die  Belgien  sich  im  gegenwartigen
  Kriege  zu  seineii  Gunsten  aulerlegt  hat,  Rechnung
tragen  und  uns  Vorzugstarife  bewilligen  wird,  Das  ist  moglich,
doch  vergessen  wir  vor  allem  nicht,  daB  die  Geschaftswelt  nur
Geschâfte  kennt.  Zudem  dürfte  es  für  Frankreich  ganz  und
gar  unmôglich  sein,  die  bis  jetzt  befolgte  Politik  aufzugeben,
und  zwar  u,  a.  aus  dem  guten  Grunde,  daB  der  materielle
Schaden,  den  dieses  Land  durch  den  Krieg  erlitten  hat,  sich
als  groB  genug  herausstellen  wird,  um  ihm  die  auBerste  Ausnützung
  aller  ihm  verbleibenden  und  für  seinen  Wiederaufbau
geeigneten  Hülfsqueîlen  und  Mittel  zur  gebieterischen  Pflicht
zu  machen, 28 )
Übrigens  sind  bereits  Anzeichen  vorhanden,  die  nicht  im
entferntesten  auf  Vergütungen,  für  uns  hindeuten,  sondern  die

27 )  Die  fortschreitende  Fôrderung  der  Erzlager  im  Becken  von  Briey
(Ost-Frankreich)  hâtte  nicht  allein  der  Einfuhr  für  unsere  industriellen
Bedürfnisse  zustatten  kommen,  sondern  auch  ein  bedeutender  Faktor
werden  kônnen  in  unserèm  Durchfuhrhandel  über  Antwerpen  vornehmlich
nach  England  —  wir  hâtten  damit  eine  gute  Rückfracht  gehabt  für  die
Tramp  s  chiffe,  die  jetzt  auf  Ballast  dahin  zurückgehen  —  doch  machen
die  von  Dünkirchen  ins  Werk  gesetzten  Bemühungen,  sich  diesen  Transport
zu  sichern,  aile  unsere  Hoffnungen  zunichte.  Siehe  den  Bericht  der  Antwerpener
  Handclskammer  von  1911,  S.  XIV,
ïS )  Wir  wollen  nur  daran  erinnern,  daB  die  Bilanz  der  franzôsischen
Eisenbahnen  nach  den  Angaben  des  Petit  Journal  für  die  letzten  drei  Jahre
einen  Verlust  von  1,1  Milliarden  Fr,  aufweisen,  wovon  0,206  Milliarden  für
Rechnung  des  Staates,  (Offizielle  Zahlen.)
            
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