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Aber noch mehr: ich zeige, daß die Herrschaft der Idee
der Bourgeoisie eine weltbefreiende, historische Tat,
daß sie der gewaltigste sittliche und kulturhistorische Fort
schritt war, daß sie sogar die unerläßliche weltgeschicht
liche Vorbedingung und Durchgangsstufe war, um zu
der Entwicklung der Idee des Arbeiterstandes zu führen.
Ich versöhne so den Arbeiterstand mit der Herrschaft
der Bourgeoisie in der Geschichte, indem ich die objektive
Vernünftigkeit dieser Herrschaft aufzeige. Ich ver
söhne ihn damit, denn das ist die höchste Versöhnung,
daß wir die Vernünftigkeit von dem begreifen, waS uns
beengt.
Und wenn ich nun weiter zeige, daß auch die Idee der
Bourgeoisie noch nicht die höchste Stufe der geschicht
lichen Entwicklung, noch nicht die letzte Blüte der Ver
vollkommnung ist —, daß hinter ihr eine noch höhere
Manifestation des Menschlichen steht, zu welcher jene
frühere Stufe den Grund gelegt hat, heißt dies zu Haß
und Verachtung gegen diese anreizen?
Ebensogut müßten die Arbeiter dann sich selber,
die gesamte menschliche Natur, in sich wie in andern
hassen und verachten, weil es eben das Gesetz der
menschlichen Natur ist, nur schrittweise sich zu ent
falten und in jeder früheren Entwicklung die unumgäng
liche Bedingung der folgenden zu haben.
Ich bin angeklagt, die Besitzlosen zum Hasse und zur
Verachtung gegen die besitzenden Klassen aufgereizt
zu haben.
„Durch diese Darstellung" — sagt die Anklage in ihrer
Begründung —„werden aber offenbar die Arbeiter zum
Haß und zur Verachtung gegen die Bourgeoisie, d. h.