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nach den höchsten Kronen der wissenschaftlichen Arbeit,
der politischen Macht, der sittlichen Größe langte, gab
es nur ein Betäubungsnüttel: Arbeit! Was für flam
mende Worte hat er dem faul gewordenen Herwegh
zugerufen: „Das beste Mittel, das der Mann auf eine
Wunde, die ihm geschlagen, legen kann, ist: fieberhafte,
rasende, rasende fieberhafte Tätigkeit, mit all jener
Unterdrückung von Empfindung, die solche Tätigkeit
von selbst nach sich zieht. Ich hab's oft ausprobiert und
kann Ihnen sagen: probatum est! Und sich nicht Zeit
gönnen, zu empfinden. Nur vorwärts, nur vorwärts,
und gearbeitet mit fliegender, zitternder Hast, wie unter
dem Stock, wie unter der Fronpeitsche, wie unter dem
Stachel! O, wie das hilft! Das Wunde ist vernarbt
während der Frone, die man sich auferlegt; nicht nur
der Schmerz ist gemildert, sondern das ganze Stück
Gefühlsfähigkcit, in dem er haftete, ist mitverknorpelt
— taut mieux, eine Unempfindlichkeit mehr, eine Blöße
weniger, und vorwärts, nur vorwärts auf dieser rasenden
sinnlosen Jagd, die unser Leben vorstellt." Diese Worte,
die den Lassalleschen Rhythmus unverhüllt wiedergeben,
sind im Oktober 1861 geschrieben.
Drei Jahre später war Lassalle tot. Es ist durchaus
falsch, das Ende Lassalles, weil es im Duell kam, als
ein blödes von außen angeflogenes anzusehen. Die Ge-
hetztheit, die schon der oben zitierte Brief an Herwegh
bewies, ist in den letzten Jahren nicht von ihm gewichen.
Sie trieb ihn — gegenüber der Gelassenheit Bismarcks,
der unzweifelhaft einen starken Eindruck von ihm hatte
— in eine schiefe Situation. Ohne diese innere Ge-
peitschtheit wäre Lassalle auch durch die rothaarige