Full text : Ferdinand Lassalle

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uns  und  erklärten  uns  eintönig  die  Merkwürdigkeiten
der  Stadt.  Au  anderer  Aeit  würde  diese  Eintönigkeit
Lassalle  außer  sich  gebracht  haben,  er  würde  sicher  die
Führer  fortgejagt  und  alles  selbst  erklärt  haben;  aber  jetzt
schwieg  er  die  ganze  Aeit,  war  sehr  blaß  und  schien  entweder ­
  zerstreut  oder  dann  wieder  wie  konzentriert  mit
einem  ihn  verfolgenden  Gedanken  beschäftigt.  Ich  hörte
ihn  einigemal  tief  aufseufzen  und  begegnete  zuweilen
seinen  mit  sonderbarem  Ausdruck  auf  mich  gerichteten
Blicken.
Alles  dies  dauerte  bis  zum  Mittag  des  zweiten  Tages
unseres  Aufenthalts  in  Köln.  Während  des  Mittagessens, ­
  obschon  er  nichts  angerührt  und  die  ganze  Aeit
über  geschwiegen  hatte,  belebte  sich  sein  Antlitz,  die
Augen  begannen  wieder  zu  glänzen,  und  sein  ganzes
schönes,  edles  Gesicht  nahm  den  Ausdruck  eines  festen,
unerschütterlichen  Entschlusses  an.  Es  schien,  als  ob  er
sich  vorgenommen  habe,  etwas  zu  tun,  und  daß  keine
Macht  ihn  von  diesen!  Entschluß  abbringen  solle.  Ich
war  der  Überzeugung,  daß  ich  der  Entwicklung  einer
neuen  Tat  oder  Idee,  die  im  Geiste  dieses  seltenen
Mannes  entstanden  war,  beiwohne.  Ich  konnte  es  aber
nicht  übers  Herz  bringen,  ihn  zu  fragen,  was  er  in  diesen
zwei  Tagen  gedacht,  geschaffen  habe.  Ich  glaubte,  daß
er  selbst  es  nicht  werde  unterlassen  können,  es  mir  als
seiner  Freundin  zu  sagen.  In  der  Tat,  er  sagte  es  selbst.
Aber  wie  weit  ich  davon  entfernt  war,  zu  ahnen,  was
in  der  Seele  dieses  Menschen  vorging,  bewies  meine  vollständige ­
  Verwirrung,  als  er,  zufällig  mit  mir  allein,  schnell
an  das  Fenster,  an  dem  ich  stand,  herantrat  und  plötzlich, ­
  gänzlich  unerwartet  für  mich,  mir  seine  grenzenlose,
            
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