Full text : Ferdinand Lassalle

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Folgende:  In  dieser  Voraussetzung  werde  ich  mit
Ihnen  sprechen  und  sende  ich  Ihnen  dieses  Manuskript.
Irre  ich  auch  in  dieser  Voraussetzung,  so  bewahren  Sie
meinen  Brief  dennoch.  Es  ist  nichts  darin,  worauf  ich
nicht  stolz  sein  könnte,  und  Sie  sollen  es  behalten  als  ein
Andenken  an  einen  Mann,  der  die  Erinnerung  an  Sie,
o  meine  „letzte  Rose",  ewig  und,  wie  es  auch  kommen
niag,  heilig  halten  und  verehren  wird.  Dieses  Manuskript,
junges  Mädchen,  soll  Ihnen  bleiben  als  eine  Trophäe
der  Anziehungskraft  Ihres  Wesens,  denn  früher  oder
später  wird  die  Zeit  kommen,  welche  Ihnen  bezeugen
wird,  daß  es  keine  kleine  und  verächtliche  Erinnerung
ist,  einem  Manne  meines  Schlags  daö  Gefühl  der  Liebe,
den  Gedanken  an  Vermählung  eingeflößt  zu  haben.
Der  Gedanke  an  Vermählung!  Bis  jetzt  war  meine
Liebe  nur  ein  verzehrendes  Feuer  für  die  Frauen,  welche
sich  darein  stürzten.  Ich  kenne  kein  Weib,  welches,  auch
nur  einen  Augenblick  überzeugt,  daß  der  Gedanke  an
eine  Verbindung  mir  erträglich  sein  könnte,  nicht  eiligst
mich  zu  fesseln  bemüht  sein  würde.  Ich  sage  Ihnen,
daß  ich  deshalb  junge  Mädchen  immer  vermieden  habe.
Zweimal  nur  sprach  ich  von  Liebe  mit  jungen  Mädchen,
die  mich  leidenschaftlich  liebten  und  die  in  mir  den
Wunsch  erweckt  hatten,  sie  zu  besitzen.  Und  in  beiden
Fällen  fing  ich  mit  dem  Geständnis  an,  daß  ich  sie  nie
heiraten  würde!  Außer  diesen  zwei  Ausnahmen  hielt  ich
mich  nur  an  verheiratete  Frauen,  deren  „verzogenes  Kind"
ich  war,  wie  sie  es  einmal  nannten,  und  von  denen
einige  mich  wirklich  liebten.  Sie  wissen,  daß  Frauen,
wenn  sie  lieben,  die  Gewohnheit  haben,  immer  Fragen  zu
stellen.  Und  es  gab  nicht  eine,  der  ich  nicht  mit  gewohnter
            
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