Full text: Ferdinand Lassalle

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Jetzt, Sophie, erwägen Sie dies wohl, wenn Sie Ihr 
Schicksal mit dem weinigen vereinigen, so wird auch 
Ihre Existenz zur Zielscheibe des Hasses und der Ver 
leumdung werden. Ich fürchte, daß Ihr Verstand, der 
Verstand eines jungen Mädchens, zu schnell über diese 
Fragen hinweggehen wird. Wissen Sie, was der un 
aufhörliche Haß einer feindlichen Menge bedeutet? Ja, 
Sie wissen es durch den Verstand und durch die Phan 
tasie; aber Sie kennen es noch nicht aus der Erfahrung 
schrecklicher Erinnerungen! Denken Sie, daß beim ge 
ringsten Aufall, bei jedem unbedeutenden Ereignis es 
möglich sein könnte, daß eine Masse von Feinden sich 
dessen bemächtigt, es vergrößert, cs unwürdig entstellt, 
dasselbe als Mittel gegen Sie oder gegen mich benutzt, 
lügenhaft verzerrt, was Sie gesagt, getan, gedacht haben. 
Ich selbst gestehe Ihnen, obgleich ich, wie schon gesagt, 
immer mit der Verachtung auf den Lippen und mit der 
Waffe in der Hand vorwärtsgeschritten bin, obschon ich 
immer die Verleumdung niedergeschlagen und besiegt 
habe, daß sie es doch war, die mir die einzigen seltenen 
Stunden wahren Leidens im Leben, deren ich mich er 
innere, gebracht hat, wie es weder Gefängnis noch Ge 
fahren mir je zufügen könnten. 
Und wenn auch ich, ein rauher Krieger, eine für den 
Kampf eigens organisierte Natur, stark durch mein Be 
wußtsein, nicht unterliegen und schließlich alles siegreich 
durchführen könnte, würden Sie, im Falle der Not, 
alles das ertragen können? Sie, ein Samtblümlein, 
nicht für den Kanipf, sondern für ein ungetrübtes Glück 
und für die süßesten Eindrücke geschaffen! Bedenken 
Sie wohl, Sophie, wenn ich nur ein einziges Mal Sie
	        
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