Full text : Ferdinand Lassalle

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entsagen  —  und  mit  welcher  Wonne!  —  viel  mehr  wie
nötig  ist,  um  mit  Ihnen  zu  leben.
Eins  nur  werde  ich  nicht  können.  Ich  werde  Ihnen
nichts  abschlagen  können,  Sophie.  Ich  werde  eS  immer
bedauern,  daß  ich  nicht  reich  genug  bin,  um  Ihr  Leben
mit  all  dem  Luxus  zu  schmücken,  der  allein  würdig  wäre,
ein  solch  anbetungswürdiges  Wesen  wie  Sie  zu  umgeben.
Ich  werde  nie  oder  nur  sehr  schwer  den  traurigen  Mut
haben,  Ihnen  irgendeine  Ausgabe  abzuschlagen.
Es  ist  übrigens  auch  eines  Mannes  unwürdig,  einem
geliebten  Weibe  etwas  leicht  abzuschlagen.
Sie  müssen  also  selbst  vernünftig  sein,  widrigenfalls
überlasse  ich  es  Ihnen,  nach  Gutdünken  zu  schalten;  aber
das  könnte  unser  Vermögen  zerrütten.
Ich  könnte  allerdings  durch  Arbeit  Geld  verdienen.  Ich
sage  noch  mehr,  ich  kenne  wenig  Leute,  die  soviel  wie  ich
verdienen  könnten,  wenn  dies  meine  Absicht  wäre.
Ich  werde  daö  aber  nie  tun.  Möge  dieses  Unglück  von
mir  fernbleiben,  diese  geistige  Prostitution  —  bei  Geistesarbeiten ­
  den  Gelderwerb  als  Ziel  vor  Augen  zu
haben!  Es  ist  nichts  gerechter,  als  bei  materieller  Arbeit
auf  Gelderwerb  zu  rechnen.  Aber  eS  ist  nichts  unwürdiger,
widernatürlicher,  nichts  verhängnisvoller,  als  in  bezug
auf  geistige  Arbeit,  die  in  eine  ganz  andere  Kategorie
fällt,  so  zu  handeln.  Ich  werde  also  nie  durch  meine
Arbeit  Geld  zu  verdienen  suchen.
Nun  frage  ich  Sie,  Sophie,  werden  Sie  Vernunft
genug  haben,  sich  mit  einem  solchen  Einkommen  zu  begnügen, ­
  und  werden  Sie  mit  einer  angenehmen,  aber
bescheidenen  Behaglichkeit  zufrieden  sein?
            
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